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Wacken 2017

Wacken, das jährliche Reiseziel von Metalheads aus der ganzen Welt, feierte nach 28 Jahren des Bestehens einmal mehr ausverkauft. Die Drainagen im Infield zeigten erste Verbesserungen, der Preis von diesmal 220 € ist zwar recht hoch, doch eine frühere Anreisen samt WCs und Duschen war das sicherlich einigen Besuchern wert. Mit Größen wie Alice Cooper, Megadeth, Volbeat, Kreator und Avantasia wurde auch das Line Up dem Kultstatus gerecht.

 

Mit Thomas Jensen haben wir uns etwas ausführlicher über das Festival unterhalten. Das Interview findet ihr hier https://www.youtube.com/watch?v=rmTCs-rlXak. Ein Film in 3 D wurde auf dem Festival zunächst einmal im Pressebereich präsentiert und wir haben mit den Filmemachern von Welcome To Wacken gesprochen. Das Interview findet ihr unter https://www.youtube.com/watch?v=qSTEcvgEtOc

Wie ihr uns schon kennt, gab es einige Interviews, die wir euch an Ende des Reviews als Links auflisten, besonders möchten wir natürlich eine Band aus Österreich erwähnen, denn TURBOBIER waren auf der Beer Garden Stage ein Publikumsmagnet und Marco Pogo hat mit uns geplaudert, was ihr euch hier ansehen könnt https://www.youtube.com/watch?v=WwzKXtQ9two

Mittwoch

Zum Aufwärmen gab es Programm im riesigen Zirkuszelt, die Hauptbühnen und die Partystage waren noch geschlossen. Wie auch in den Jahren zuvor gab das aber eine gute Gelegenheit, sich die Metal Battle Bands anzusehen.

Zuerst hüpfte und tanzte ein grüner Drache über die Bühne und die Menge hatte ihren Spaß daran. Doppelt lustig war das kurze Zeit später, als sich herausstellte, dass der Drache der Sänger von FLOTSAM AND JETSAM, Eric A.K., war. Ein witziger Auftakt und eine gute Show mit solidem Oldschool Thrash und Speed Metal.

Aus Österreicher waren TUXEDOO auf der Wackinger Stage am Start. Vermutlich hatten sie 2016 auf der Beergarden Stage so viel gute Laune verbreitet, dass sie auch heuer wieder ihren Alpencore zum Besten geben durften. Mit Lederhosen, Spaß auf der Bühne aber auch technisch gut gespielter Musik konnte ja nichts mehr schief gehen. Eine Coverversion des Baywatch-Songs samt „Double“ von Mitch ließ die Herzen der Fans höher schlagen und der Jägermeister wurde gemeinsam mit der Menge genossen.

Im Zelt waren unglaublich viele Zuseher bei UGLY KID JOE, danach folgten ANNIHILATOR gleich mit dem sehr eingängigen Titeltrack „Suicide Society“, des neuen Albums. In ihrem Slot brachte die Band aber auch ältere Songs unter, insgesamt war es ein ausgewogener Mix, etwa „Welcome to your Death“, „No Way Out“ und „Phantasmagoria“.

Donnerstag

Wasser ohne Ende und dazu noch Sturm machten es zu Beginn des Tages nicht gerade einfach, doch ein echter Klassiker ging sich alle mal aus, denn EUROPE spielten auf der Hauptbühne und natürlich brachten sie das Publikum mit „The Final Countdown“ zum Singen und Jubeln. Es ginge dann auch gleich mit einem Klassiker weiter, denn STATUS QUO gibt es sogar noch um einiges länger als EUROPE. Die Briten lieferten eine solide Hard Rock Show erster Güte ab, da konnten ganze Generationen miteinander feiern.



ACCEPT ist gleich ein Klassiker im doppelten Sinne gewesen, denn einerseits prägten auch sie den Metal mit den Jahren, andererseits kam auch gleich noch ein ganzes Orchester auf die Bühne. Die Mischung aus Klassik und Metal kam gut an! Wir haben uns mit Wolf Hoffmann im Interview unterhalten. https://www.youtube.com/watch?v=VlVbNcoP7kY

 

In Feierlaune waren auch die Fans von VOLBEAT, die eine Show spielten, wie sie sich mancher Fan erhofft hatte. Wer dann schon genug von den klassischen Klängen hatte, konnte zu NILE und ihrem Technical Detah Metal abgehen. Nach dem harten Brett von MAYHEM wurde gemosht, getanzt und gebangt ohne Ende.

Freitag

Mittagszeit ist Zombiezeit wie es schien und LACUNA COIL verströmten im weißen Gewand mit Kunstblut versehen eine bizarre Stimmung, wir sind uns nicht ganz sicher, ob die Uhrzeit dazu beigetragen hatte. Ihre Mischung aus Gothic Metal und harten Passagen sowie dem männlichen und weiblichen Gesang sind doch recht markant und kamen bei den Fans gut an. Mit älteren und neueren Nummern zogen sie ihre Show durch, inklusive „Heaven ’s a lie“ und dem Cover „Enjoy the Silence“.

Die kanadischen Speed Metal Spezialisten SKULL FIST heizten mit Dynamik, Spaß und Leidenschaft im Zelt ordentlich ein, danach ging es dann glamourös weiter mit KISSIN' DYNAMITE Kissin‘ Dynamite. Die Party mit nicht ganz ernst gemeintem 80s Charakter ließen sich nur wenige Festivalbesucher entgehen.

Zu Beginn der Show von SONATA ARTICA wollte wohl die Stimmung nicht so recht aufkommen, was sich aber im Laufe des Gigs besserte. Zu „Full Moon“ war das Publikum nur mäßig zu hören, als es Zeit zum Mitzusingen war. Natürlich kann jeder mal einen schlechten Tag haben, denn viele Fans haben die Band schon besser erlebt. Nicht zu übersehen war Kakko mit blaues Shirt und blauer Hose sowie knallroten Schuhen, bleibt zu hoffen, dass ähnlich fesselnd nächstes Mal wieder die Musik sein wird.

Weiter ging es mit einer Abordnung des Modern Metal, zumal TRIVIUM eine Mischung aus klassischem Metalcore und Thrash Metal spielen und eine mitreißende Show hinlegten.

 

Old-School Hardcore, manche sagen UrGroove Metal, was soll's PRONG spielten jedenfalls im Zelt und brachten harte Riffs und eine Menge Spaß. Nach ihrem Album „X – No Absolutes“ 2016, kam ja im letzten Jahr gleich ein weiterer Tonträger namens „Zero Days“ heraus, Songs davon und auch alte Nummern kamen gut beim Publikum an.

 

Zum 20 Jahr Jubiläum des Albums „Apocalyptica plays Metallica by four cellos“ kamen die Herren von APOCALYPTICA auch nach Wacken, um auf ihre einfühlsame und gleichzeitig sehr leidenschaftliche Art und Weise ihr Talent mit ihren Zuhörern zu teilen. Mitgesungen wurde natürlich auch bei „Enter Sandman“, „Master of Puppets“, „Seek and Destroy“ und sowieso zu „Nothing Else Matters“. Trotz aller Jubiläums Feierlaune muss erwähnt werden, dass die Herrn natürlich noch mehr können als das, was sie auch vor 20 Jahren schon gemacht haben.

 

Mal besser mal schlechter, aber auf jeden Fall ein Klassiker sind MEGADETH. Die hatte für alle Fans etwas bereit gehalten, allerdings ist Dave Mustaine leider seit einigen Jahren nicht besonders fit. Gitarre spielt er wohl automatisch, doch Performance und Gesang fallen ihm wie es scheint eher schwer, was vielleicht auf seinen Lebensstil zurückgeführt werden könnte. Leider hatten einige Besucher das Gefühl, dass es für ihn sehr anstrengend sein muss, was sich dann doch teilweise auch auf das genannte Publikum überträgt.

 

Mit einiger Verspätung kam dann MARYLIN MANSON auf die Bühne, die auf dieser Tour mit einem riesigen Sessel in der Mitte und anderen Dekoelementen versehen war. Am Metaldays hatte ich ihn das erste Mal Live gesehen und dort war die Show für mich sehr persönlich gehalten. In Wacken hatte es leider den Anschein, als wäre er nicht in seine Rolle, nicht in die Stimmung für die Show gekommen, was schade war. Vielleicht sind es gerade die Erwartungen, die ihm zu schaffen machen oder auch Phasen, die er als Künstler unterschiedlich erlebt, ich weiß es nicht. Bleibt zu hoffen, dass kommende Shows für Fans und Künstler selbst wieder mehr Genussfaktor bieten.

 

Samstag

Massen an Fans zuog es zur Mittagszeit zu Symphonic Metal von BEYOND THE BLACK, die 2016 noch auf der Party Stage und heuer schon auf einer der beiden Hauptbühnen spielten. Die Beherrschung der Instrumente durch die neuen Bandmitglieder und die technisch korrekte Gesangsleistung der Frontfrau Jennifer ließen nichts zu meckern . Schade, dass mit der Performance und dem Bühnenoutfit leider die Präsenz der Frontfrau nicht gesteigert werden konnte, was ihr sehr zu wünschen wäre. Die geschäftigen Einzelmusiker, die jeder für sich gut spielen, werden hoffentlich noch zu einem fühlbaren „Miteinander“ als Band kommen.

 

ALICE COOPER kam mit seinem neuen Album „Paranormal“ im Gepäck, aber freilich gab es „Poison“, „No More Mr. Nice Guy“ oder „School’s Out“ zu hören. Der Shock Rocker, der ja schon lange im Geschäft ist, hat auch diesmal auf seine ausgefallenen Outfits und seine Make Up Artists gesetzt, was die Musik immer wieder um eine dramatische Show bereichert. Nita Strauss war mit unglaublichen Gitarren-Soli und einer Portion Humor eine grandiose Bereicherung.

Die Vorzeige Melodic Death Wikinger aus Schweden schlechthin, AMON AMARTH hatten mit riesigen Hörnern ein imposantes Bühnenbild mitgebracht. Aber das konnte nicht von ihrem beeindruckenden Auftritt ablenken. Die Musiker sind technisch wie vom Unterhaltungswert her immer wieder eine Freude. Die mächtige Pyroshow, die Headbangeinlagen und die Interaktion mit dem Publikum sind immer wieder sehenswert. Johan Heggs Stimme zog einmal mehr alles in seinen Bann, gleich als Auftakt gab es „The Pursuit of Vikings“, ihr vermutlich größter Erfolg, „Death In Fire“ brachte die Menge wie erhofft zum Feiern und singen.

Mit ebenfalls einer feinen Pyro Show und einer ordentlichen Portion Power Metal machten PRIMAL FEAR ihre Fans glücklich. Wer auf Balladen hoffte, muss zur nächsten Show kommen, das flotte Set hatte keine langsamen Nummern dabei.

 

Es folgten AVANTASIA, die mit symphonisch-epischen Klängen die Massen vor die Bühne lockte. War es bei AMON AMARTH davor schon recht voll und natürlich wie immer sehr episch zugegangen, war diese Show um einiges pompöser unterwegs. Mitgesungen wurde bis in die letzte Reihe.

 

Besonders nahe gingen und zwei Momente auf dem Festival. Eine Siegerehrung und ein Gedenklied. Das Metal Battle gewann die mexikanische Band Jet Jaguar. Auf Platz 2 bis 5 waren E-An-Na (Rumänien), Inferum (Niederlande), Une Misere (Island) und Stengah (Frankreich). Zu Ehren von Lemmy versammelten sich am Samstag um 20.15 Unmengen an Besuchern vor den beiden Hauptbühnen und sangen gemeinsam das Lied „Heroes“ von David Bowie, das Motörhead kurz vor Lemmys Tod gecovert hatten, ein berührendes gemeinsames Erlebnis .



Interviewlinks:

Une Misere

https://www.youtube.com/watch?v=cLqQwtp1qHg

 

Russkaja

https://www.youtube.com/watch?v=tMlCZNI7T5I

 

Soulless Faith

https://www.youtube.com/watch?v=MJY8Dd1JVC8

 

Jet Jaguar

https://www.youtube.com/watch?v=jMn0j_gIHZw

 

Eternal Struggle

https://www.youtube.com/watch?v=rw5jLYUdSdQ

 

Ophan

https://www.youtube.com/watch?v=Di55n6a7Wr4

 

 

Detraktor

https://www.youtube.com/watch?v=zXK5Y17Vz4A

 

Ahab

https://www.youtube.com/watch?v=lmERJutmRY8

 

Stengah

https://www.youtube.com/watch?v=PFWqCUW13J4

 

Nova Prospect

https://www.youtube.com/watch?v=9JfM2uzi8cI

 

E An Na

https://www.youtube.com/watch?v=zpRY86eqdx4

 

Inferum

https://www.youtube.com/watch?v=vsI5a5Xifag

 

Speed Queen

https://www.youtube.com/watch?v=OSbOeCXZSJY

 

Megalodon

https://www.youtube.com/watch?v=nE-YMbEyur8

 

Skalmöld

https://www.youtube.com/watch?v=mRjp-O6zTe4

 

21.08.2017 |Claudia Wadlegger

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