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NOVA ROCK 2016 - Tag 2

Durchgemischt, laut und  musikalisch auf hohen Niveau präsentierte sich der zweite Tag des NOVA ROCK Festivals 2016. Auch am Samstag wurde darauf acht gegeben, dass der eine oder andere heimische Künstler seinen Platz auf einer der Bühnen des Festivals fand. ALICE COOPER, SEILER & SPEER wie CYPRESS HILL waren die Highlights des zweiten Festivaltages. Lang lebe die Abwechslung und Vielseitigkeit in der Musik.

Eröffnet wurde der zweite Tag durch die Grazer / Wiener Formation VIECH. Vor wenig Publikum mit umso mehr Einsatz legten die musikalischen Allrounder ein Interessantes Set hin welches zu beigetreten wusste. Schade für die frühe Spielzeit. Etwas mehr Aufmerksamkeit hätte sich die Band allemal verdient.

 
In eine etwas härtere Kerbe aber mit genau so viel Partystimmung verbunden gingen auf der Blue Stage die Jungs von ATTILA ins Rennen. Die aus Atlanta, U.S. stammende Formation machte keine Gefangen und konnte sich schon, trotz der frühen Spielzeit, über zahlreich anwesendes Publikum vor der Bühne freuen. Grund dafür ist alleine die Tatsache, dass die Detachier Band eher selten auf heimischen Bühnen zu sichten ist. Man könnte sagen einer der Geheimtipps des Festivals. Das der Band die Show ziemlich Spaß machte war hör-, wie spürbar. Immer wieder ein Genuss. Auf der Red Stage ging es weiter mit einem heimischen Act. KRAUTSCHÄDL aus Oberösterreich knüpften da an, wo VIECH aufhörten. Die Stimmung zu halten war für das Trio kein all zu großes Problem. Solider Rock gepaart mit Dialekt macht die richtige Mischung. Vermischt man das ganze noch mit alten wie neueren Hits funktioniert das Erfolgsrezept problemlos.

 
Nach der Powershow von ATTILA ging es inzwischen auf der Bluestage mit dem Punkduo SLAVES weiter. Die Combo aus Kent ist bekannt dafür wenig auf Meinungen Anderer zu geben. Eigenwillig die Protagonisten, eigenwillig der Sound. Punk, Hard Rock, man kann den Stil den das Duo präsentiert nennen wie man will. Fest steht es funktioniert trotz früher Spielzeit. Man darf gespannt sein, was künftig aus dieser Ecke noch kommen wird.

Während den Show´s von ZEBRAHEAD und PERIPHERY schaute man sich etwas am Gelände um. Das „neue“ Konzept funktioniert auch im heurigen Jahr problemlos. Die Wege sind kurz, die Auswahl an Merchandise und anderen Spassartikeln so wie Essen aller Art ist wie immer ausreichend. Es gibt genug Möglichkeiten am Gelände den einen oder anderen Euro von der Cashless Card los zu werden. Einziger Kritikpunkt die etwas unzureichende Beschriftung der Wasserausgaben, zumindest wenn man dem einen oder anderen Besucher auf dem Gelände zuhörte.

Weiter ging es für uns im Text mit der Show der aus Deutschland stammenden Band CALIBAN. Brachialer Sound trifft auf eingängiges Songwriting. Die Wucht und der doch gleichzeitig melodiöse Touch mit dem der Sänger Andreas Dörner und seine Jungs zu Werke gehen kommt gut an. „Wir möchten etwas Bewegung sehen! Den Securities hier vorne ist extrem langweilig!“ war nur eine der motivierenden Ansagen, mit denen die Band die Fans aus der Reserve lockte. Doch die Ansagen hätte es gar nicht nötig. Alte, wie neue Gassenhauer reichen aus um die zahlreiche Menge vor der Mainstage in Bewegung zu bringen und zu halten. Ein solides Brett was CALIBAN für eine späte Nachmittagsshow auf die Bühne legen. 

 
Während der Vorbereitungen für AUGUST BURNS RED wechselt man noch mal die Bühne um sich auf der Red Stage die aus Finnland stammenden STEVEN SEAGULLS anzusehen. Die Coverversionen,  gespielt mit Instrumenten wie einem Banjo, Kontrabass und anderen klassischen Musikinstrumenten kommt gut an. Man kann getrost festhalten, dass die Finnen einer der Geheimtipps dieses langen Wochenendes sind. Mit witzigen Ansagen und lustigen Ideen rundete man das Set ab. Es muss ja nicht immer nur ernst zugehen auf den Festivalbühnen dieser Welt. Folk trifft auf Weltmusik aus allen Ecken. Da hat es schon durchaus seinen Charme wenn man Hymnen wie ‚Wishmaster‘ von Nightwish in der quasi Dorf-Version zu hören bekommt.

Gemütlich sieht bei den Jungs von AUGUST BURNS RED anders aus. Die seit 2003 existierende Metalcore Band aus Lancaster, Pennylvania (USA) gehört zu einer der Vorreiter der Metalcore Bewegung und ist immer noch eine ihrer bekanntesten Vertreter. Gewohnt heftig und schnell ging man zur Sache und legte die Latte, welche CALIBAN schon nach oben beförderten noch ein Stück gen Himmel. In einer ganz anderen Stilrichtung unterwegs, irgendwo auch exotisch aber doch passend, war der nächste Act auf der Red Stage ALLIGATOAH. Der als sehr eigen geltende Rapper, welcher auch als DJ und Produzent, tätig ist, konnte sich über zahlreiches Publikum vor der Bühne freuen. Dieses abzuholen gelang mit Songs wie ‚Vor Gericht‘ , ‚Lass Liegen‘ oder ‚Du bist schön‘ problemlos. „NOVA ROCK ihr seid ein wirklich fertiges Publikum, danke!“ waren die lobenden Worte des Rappers. Wie mans auch immer nehmen will.

Als nächstes hieß es sich fertig machen für die Verschiffung in Richtung Boston. DROPKICK MURPHYS waren an diesem Samstag in guter Form und brachten die ohnehin schon kochende Stimmung zum explodieren. Wer die Shows der aus Boston stammenden Folk-Punk Band kennt, weiß wie energiegeladen und mitreissend die Shows sind. Klassiker fehlten im Set genau so wenig, wie aktuelle Stücke á la ‚Rose Tattoo‘. Die Shows der Amerikaner machen immer Spaß und sind selten langweilig. Das Konzept funktioniert auch nach all den Jahren problemlos, kein Wunder wenn man genügend Songs im Backkatalog hat welche zum mitsingen einladen und durchaus Tanzbar sind. 

 
Wenig später landen wir wieder in der heimischen Musikszene. SEILER & SPEER, nach WANDA eine der momentan erfolgreichsten Bands aus Österreich, sorgte gleichzeitig auch für die beste Stimmung des Festivals. Sorgten WANDA schon am Vortag für eine beeindruckende Show auf der Blue Stage so setzen SEILER & SPEER am Samstag noch einen drauf. Angefangen von der sympathischen Band bis zu der einen oder anderen lustigen Wortmeldung des Duos stimmte bei der Show alles. Von den Songs ganz zu schweigen welche den Nerv der Zeit gekonnt treffen und dadurch für zahlreich mitsingendes Publikum sorgen. Die Show am NOVA ROCK kann man getrost als eines der Highlights der jüngeren Vergangenheit der Combo verbuchen. Hoffen wir das die Erfolgsgeschichte so weiter geht!

 


Sorgten die DROPKICK MURPHYS auf der Blue Stage für ausgelassene Partystimmung, war die Spannung groß wie der Meister des Horrors diesen Stimmungsvorsprung für sich zu nutzen würde. Doch was soll man von einem Entertainer wie ALICE COPPER, der schon seit über 40 Jahren auf den Bühnen dieser Welt zuhause ist, anderes als erwarten. Gekonnt, routiniert, mit einer gewissen Coolness schreitet ALICE COOPER über die Bühne und gibt einen Klassiker nach dem Anderen zum Besten. Da durfte natürlich ‚Poison‘ oder ‚Schools Out‘ nicht fehlen. Auch seine Band wusste musikalisch zu glänzen und so entwickelte sich die Show zu einem kleinen Triumphzug. Allen voran die Gitarristen, die schon relativ früh in der Show ein ziemlich beeindruckendes Solo alleine auf der Bühne hinlegte. Dem im Vorjahr verstorbenen Lemmy Kilmnister erwies man seine Ehrerbietung indem man mit ‚Ace Of Spades‘ ein überraschendes Cover präsentierte. ALICE COOPER hält was er verspricht. Classic Rock Fan Herz, was möchtest du mehr. Immer wieder beeindruckend, wie man mit doch 69 Jahren noch so agil, selbstsicher aber doch nicht abgehoben über die Bühne stolzieren kann. Eine schöne Lehrstunde in Sachen Rockmusikgeschichte immer wieder.

 
Klassisch, aber in einer komplett anderen Stilrichtung sind CYPRESS HILL unterwegs. Die seit 1991 existierende Hip Hop Combo feiert im heurigen Jahr ihr 25 Bestandsjubiläum. Da durfte ein Österreichbesuch auf der Liste nicht fehlen. Die Setlist beinhaltete alles, was man sich wünschen konnte. Angefangen von ‚How I Just Kill A Man‘ bis ‚Dr. Greenthumb‘ zum ewigen Klassiker ‚Insane In The Brain‘. B-Real und seine Jungs hatten leichtes Spiel, routiniert rappte man sich durch sein Set und ließ sich vom einsetzenden Regen nicht sonderlich beeindrucken. Das Selbe galt auch für das Publikum, welche das Quartett abfeierten und die einsetzende Kälte so gut es ging überspielte. Die Beats von Dj Muggs und Percussionist Eric Bobo hätten zwar etwas lauter sein können, aber das wäre nur das I-Tüpferl auf eine mitreissende Hip Hop Show gewesen. 
 

Regierten auf der Red Stage derweil noch die Beats das geschehen so war die Blue Stage durch einen großen Vorhang verhangen. VOLBEAT eines der Highlights des Festivals hatte den Headliner am Tag zwei inne. Die aus Dänemark stammende Metal / Rock Band erspielte sich in den letzten Jahren eine nicht gerade kleine Fanbase auf der ganzen Welt. Großartig verwunderlich ist das nicht, bedenkt man den eigenwilligen Gesang von Mr. Michael Schøn Poulsen, der auf einen Sound mit sehr hohen Wiedererkennungswert trifft. Im heurigen Jahr hat man mit „Seal The Deal & Let’s Boogie“ das langerwartete sechste Studioalbum unter die Leute gebracht. Grund genug also für eine Headlinertournee durch Europa um Selbiges richtig zu promoten. Die Band hatte von Anfang an leichtes Spiel mit dem zahlreichen Publikum, welches vor der Stage im Regen ausharrte, auch wenn man mit doch knapp 30 Minuten Verspätung das Set startete. Enttäuscht sollte niemand werden. Von Klassikern bis über neue Hits war alles dabei. Ein sichtlich gut gelaunter Mr. Poulsen spielte in guter Form und genoss den Erfolg der Band auf er Bühne sichtlich. Das Rezept aus verschiedenen Musikrichtungen einen Sound zu formen funktioniert und wirkt. 

Als letzter im Bunde ging noch der allseits bekannte AUSTROFRED auf der Red Stage als Late Night Act auf die Bühne. Gekonnt bissig, lustig und doch auch etwas ernsthaft präsentierte der Wiener Musiker sein Set der noch anwesenden Menge vor der Mainstage. Ein würdiger Abschluss im großen und ganzen für Tag zwei.

 
Dieser ging so auch relativ unspektakulär über die Bühne. Gute Shows, keine Skandale oder peinliche Vergehen. Und auch heute war das Line Up wieder mit einigen nationalen Acts gut durchmischt. Etwas, das sich zu einem quasi Qualitätszeichen des NOVA ROCK Festivals entwickeln könnte - auf Dauer. 

Gütl Chris 

 

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Hip Hop | Metal | Rock | Nova Rock | Nickelsdorf | 12.06.2016 |

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