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Metaldays 2016

Metaldays 2016

 

Strandurlaub oder Festival? Bei den Metaldays in Tolmin, Slowenien muss man sich nicht für eines von beiden entscheiden. Mit zwei Privatstränden an wundervoll blauen Gebirgsflüssen in einem grünen Tal, kurz einer Kulisse wie aus einem Märchen, kann man Blastbeats, donnernde Stimmen und heavy Riffs genießen.

Konnten die Besucher in den letzten Jahren noch gemütlich in der Nacht auf Sonntag anreisen, war heuer der Andrang bereits am Samstag Nachmittag so enorm, dass größere Gruppen schon eine Weile suchen mussten, um einen geeigneten Platz zu finden. Die Veranstalter reagierten prompt und öffneten ein paar Stände zur Nahrungsversorgung schon früher.

Wie jedes Jahr wurde mit der Paycard bezahlt und es gab Warmwasserduschen und WCs zu 2 € bzw. ein Wochenband zu 10 €. Neben den üblichen Merch-und Essensständen waren auch wieder Verkaufsstände einheimischer Künstler dabei und sämtliche Kaffeehäuser sowie Supermärkte freuten sich über die Besucher.

Die Wettervorhersage ließ ein Festival im Matsch erwarten, doch tatsächlich wurde es eine Mischung aus brütend heißer Sonne und Regen.

Da wir immer sehr neugierig sind, durften wird diesmal neben den Bandinterviews (Link bei der jeweiligen Band im Reviewtext) auch den Veranstalter, Boban Milunovic hier sowie den Betreiber der neuen Bierzapfanlagen, Marko Vraz hier.

 

Day 1 – Montag, 25.07.2016

Zum Auftakt des Festivals spielten bereits um zwei Uhr nachmittags ZIX aus dem Libanon, deren Sängerin Jelena den ersten gemeinsamen Auftritt mit der Band absolvierte, da die Sängerin der ständigen Besetzung derzeit aufgrund ihrer Ausbildung pausiert. Eine spannende Mischung aus Metal mit orientalischen Einflüssen aber auch Folk Elementen aus Argentinien gab es da zur Begrüßung. Die Band hat über Ländergrenzen hinweg das Songwriting gemeistert. In unserem Interview haben wir sie näher dazu befragt.

Bereits während DRAKUM gab es Regengüsse, die sich später immer mal wiederholten und dazwischen doch Pausen vom kühlen Nass erlaubten. Die Spaniener spielen Folk Metal, was sie nicht daran hindert, wundervolle Growls zu integrieren. Die neueste Kreation aus dem Jahr 2015 wurde "Trollmin" genannt-ihre vierte Scheibe. Gleichzeitig spielte eine zweite Folk Metal Band aus Irland namens NA CRUITHNE, die auch Einflüsse aus Groove and Black Metal einbaut.

Die deutsche Band KAIN bezeichnet sich als "Dark Deathened Black Metal Band", brachte 2015 das Album "Seele" heraus und wir durften uns im Interview auch etwas philosophischer mit den Jungs unterhalten. Gesang gibt es auf Deutsch.

DESERTED FEAR, eine Death Metal Band aus Deutschland hielten es stilistisch ganz klassisch. Mehr in Richtung Gothic ging es dann bei einer Band zu, die es bereits seit 1994 gibt - SABAIUM aus Slowenien. Sie haben schon öfter das Publikum der Metaldays begeistert und taten dies auch heuer wieder.

Die deutsche Death Metal Band HACKENEYED feierte ihr 10 Jahr Jubiläum und verbreiteten eine düstere und doch auch von gemeinsamem Weltschmerz geprägte Stimmung und animierte die Besucher schließlich zu einer Wall Of Death im letzten Song. Wer sie verpasst hat sollte sich beeilen, denn am 1.9.2016 spielt die Band ihre Farewell Show.

Die Trash Kapelle COMANIAC aus der Schweiz kam mit neuem live line up und Plänen für ein neues Album 2017, mit Melodic Heavy Metal aus Irland erfreuten STORMZONE alle Genrebegeisterten.

Die israelische Band ORPHANED LAND, die mit ihrem Auftritt in Tolmin eine Tour beendete, um bald die nächste zu starten, brachte innerhalb kürzester Zeit viele Besucher vor die Bühne. Mit ihrer Präsenz, ihrer Geschwindigkeit und Härte sowie ihrem Sound, der auch orientalische Klänge beinhaltet, begeisterten sie das Publikum. Was sie bewegt, haben wir im Interview besprochen.

Die neue Scheibe von FLESHGOD APOCALYPSE hört auf den Namen „King“ und ist wieder ein Konzeptalbum. Über diese Entstehung des Albums und andere Dinge haben wir uns im Interview unterhalten. Die Deathmetal Band aus Italien legt großen Wert darauf, wie sie Geschichten erzählt und vernachlässigt trotzdem den Druck dahinter keineswegs.

NORTH brachten ihr Album „Ligh The Way“ nach Slowenien und mit ROSETTA tauchten die Zuseher in eine besondere Gefühlswelt ein. Auch wenn es in einem Live Set nicht möglich ist, die einstimmenden, langen Intros wiederzugeben, ist es der Band doch gelungen, ihre Songs auch live so zu spielen, dass das Publikum wie in einem guten Theaterstück ganz eintauchen konnte, ohne jedoch das Gefühl zu vermitteln, etwas einstudiert zu haben. Auf der second stage, die inmitten von Bäumen eine eigene, gemütliche oder auch düstere Atmosphere schafft – je nach Licht und Musik.

SACRED REICH waren als lange gediente Thrash Band am Start und brachte neben eigenen Songs auch eine Coverversion von „War pigs“ von BLACK SABBATH.

Mit einem lauten, hohen Schrei wurden DARK FUNERAL angekündigt. Erst im Juni kam das neue Album „Where the Shadows Forever Reign“ heraus. Im Interview erzählte uns Lord Ahriman einiges über die Entstehung des neuen Albums und was ihm an der Musik wichtig ist. Freilich war das Set von Klassikern geprägt.

Eine Zeitreise in die Achtziger gab es mit JESS COX (TYGERS OF PAN TANG). Er erzählte im Interview mit uns von den Anfängen des Metal.

Als Headliner wurden TESTAMENT schon sehnsüchtig erwartet. Die geniale Performance der Band ist sicherlich auch deshalb möglich gewesen, weil Ton- und Lichttechniker so gute Arbeit geleistet haben. Ein Song folgte auf den nächsten und die Gitarrensounds hatten einen erkennbaren, klaren, runden Charakter, sodass auch die schnellsten Passagen klar zu hören waren und trotzdem nicht abgehakt wirkten. Als Frontman nicht nur einfach zu singen, sondern zu erzählen und zu schauspielern gelang Chuck Billy einmal mehr. Angefangen wurde das Set mit „Rise Up“, „Into The Pit“ widmete er dann dem Publikum, das er in seiner Erinnerung auch schon in den Anfängen des Thrash als Crowdsurfer und Stagediver in Erinnerung hatte, den Naturvölkern hingegen galt „Native Blood“ mit dem er seinen Respekt ausdrückte.

Das late night Programm wurde auf der Second Stage schließlich von MONOLITHE, die in der Doom Szene für ihre vierteilige Saga „Monolithe“ als jeweils vollwertige Alben bekannt ist.

 

Alle Fotos gibt’s hier.

 

Day 2 - 26.07.2016

ERUPTION eröffneten den zweiten Tag. Die Thrasher aus Slowenien machten in einer Mischung aus Regen und Sonne auch mit ihren Powermetal Einflüssen einen guten Job, vor allem sanglich drückt sich das in den lang ausgehaltenen, hohen Passagen aus. Mehr zur Band gibt es im Interview.

Schwermütige Klänge und ein Hauch von Doom wurden von MIST versprüht. Außergewöhnlich besetzt ist die Truppe mit einem einzigen Mann und vier Damen. Die Stimme der Sängerin erinnerte teilweise an SOUNDGARDEN, präsentiert sich aber abwechselnd sehr breit und bluesig und dann wieder klassisch und mit hohen verschörkelten Melodien, wurden von MIST geliefert.

Aufgeblasene Äxte, Synth Chöre, die das herbeifliegen von Rettern der Galaxie erahnen lassen, Musiker im Heldenkostüm, Einhörner – GLORYHAMMER. Alleine schon der Einspieler, der wie in einem Kinofilm einlädt, in die Szene einzutauchen, das 1992 ein Krieg ausgebrochen sei und mit Fanfaren, wie man sie auch aus Comicverfilmungen kennt, auf Rettung hoffen lässt, macht klar, dass nun Powermetal kommen muss. Für jene, die diese Band noch nicht kennen sollten, spezifiziert der Frontman nochmals „We are Gloryhammer from outer space“. Ja, mehr Powermetal und Klischee ist fast nicht mehr möglich. Nach den ersten paar Songs inkl. „Rise Of The Chaos Wizard“ gab es so starke Regenschauer, dass die Musiker, die so lange es ging weiterspielten, die Show beenden mussten. Das Wasser reichte bis zum Schlagzeug.

Progressive Folk Rock hörte sich bei der Recherche schon mal interessant an und CRYPTEX schaffen es tatsächlich, diese Elemente zu verbinden. Nicht nur, weil der Sänger eine interessante Stimme hat, haben wir mit ihnen im Interview geplaudert.

Was man bekommt, wenn man volkstümliche Tanzmusik, donnernde Drums und klassische Metal-Gitarrenriffs sowie Orgelelemente wie aus dem Phantom der Oper mischt? SKÁLMÖLD aus Island haben das nach dem Regen fröhlich und heroisch zugleich demonstriert.

Wir haben zwar diesmal kein Interview mit SKINDRED gemacht, dafür haben wir vor der Bühne mit ihnen getanzt und gefeiert, so wie auch viele andere Fans. Urlaubsstimmung darf zwischendurch auch mal sein. Für www.apesmetal.com haben wir auf Wacken mit Ihnen geplaudert in diesem Interview.

Was man mit dem Sänger von MELECHESH, Ashmedi, so alles beplaudern kann? Technik war auf jeden Fall ein Thema im Interview. In der Show empfand ich die Band als hart, aber stark im Ausdruck.

MARDUK mag man oder eben nicht. Über ihre Härte kann man sich aber doch meist schnell einig sein. Als Late Night Act spielten THE STONE mit der Atmosphäre der bewaldeten Bühne. Nachmittags beim Interview hatten sie noch anders ausgesehen.

 

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Day 3 - 27.07.2016

Mitten im Festivalgetümmel zwischen Fans, Bands, Pressekollegen und Verkäufern haben wir den Veranstalter der Metaldays vor die Kamera bekommen. Slobodan „Boban“ Milunovic hat mit uns auf Deutsch darüber gesprochen, wie Line Ups zustande kommen und wie viele Menschen eigentlich an so einem Festival arbeiten. Ob nach dem Festival vor dem Festival ist oder die Arbeiten noch früher beginnen, erfahrt ihr im Interview.

Mit BlLAZE OF SORROW begann Tag vier, gefolgt von INFERNAL TENEBRA, die auf der Mainstage erstmals als Opener zu sehen waren und mit uns über ihr Album und das Thema der Menschlichkeit im Interview sprachen.

Das Interview mit PAINFUL war keineswegs schmerzvoll und nein, die Ohren tun einem bei deren Musik auch nicht weh, ganz im Gegenteil. Wer die Band noch nicht live gehört hat, sollte das dringend ändern.

Mit den geeks (sie haben sich selbst so genannt, nicht, dass das hier jemand falsch versteht) von PRO-PAIN durften wir uns über Sound und Inspiration im Interview unterhalten, auf der Bühne gab es die volle Wucht der Hardcore Legende. Beim Interview waren aber keine harten Töne dabei.

Mit psychodelic Rock aus Schweden in Form von GRAVEYARD wurde in den Abend gestartet. Kam im September des Vorjahres das Album „Innocence & Decadence“ heraus, wollten wir mehr zur Musik und den Menschen dahinter im Interview wissen.

Zu NAPALM DEATH gibt es ebenfalls ein Interview.

KREATOR haben mit einem Feuerwerk aus Papierschlangen begonnen und auch geendet. Klassiker wie "Phobia" durften nicht fehlen, Flammen stiegen auf und das Licht verbreitete zusammen mit dem Nebel eine mystische Stimmung. Wir gehen ins Studio und freuen uns darauf, vor euch zu spielen. Vor "Flag of hate" kam von der Bühne her „ich möchte diesen Song nicht spielen, weil es der letzte ist.“ Das ist doch mal eine nette Ansage zum Abschluss.

Es folgte die Death Metal Truppe MISERY INDEX, die über das Leben auf Tour und ihren Sounnd im Interview gesprochen haben. Für alle Kenner der österreichischen Szene sei erwähnt, dass sie auch schon im Viper Room in Wien gespielt haben und dort auch HATE MAY RETURN spielten.

Wir hatten die Ehre, DIE APOKALYPTISCHEN REITER bei ihrem einzigen Gig 2016 zu treffen und plauderten im Interview mit Ihnen.

Alle Fotos gibt’s hier.

 

Day 4 - 28.07.2016

Ein Thema, das sicherlich schon viele Festivalbesucher zum Nachdenken angeregt hat: wie schnell kann man Bier zapfen oder noch wichtiger: geht das nicht noch schneller? Marko Vratz hat uns das in einem Interview über die neue Bierzapfanlage verraten.

Nach den schwereren Tönen von HALO CREATION ließ Happy Metal aus Österreich am vorletzten Tag die Festivalbesucher um kurz vor vier im Regen tanzen. JIODA traten mit abwechslungsreichen Melodien und heavy Riffs sowie Einwürfen aus dem Electronic Bereich auf die Bühne. Vor ihrem Auftritt hatten sie schon fleißig Werbung am Campingplatz gemacht und die Custom Soundbox von BR0VE brachte das Hörerlebnis als Preview zu den künftigen Hörern. Trotz Regen feierte und tanzte eine motivierte Gruppe vor der Bühne, wer sich den Regen nicht antun wollte, sah oder stand im gut besuchten Zelt neben der Bühne. Mit Songs wie „We Are The Parasite“, „Why“ und „Desolation“ verliehen sie ihrer Besorgnis um die Zukunft Ausdruck. Die beiden abwechselnden Vokalisten sprangen beherzt über die Bühne, wer während der schnellen Läufe der Saitenfraktion die schöneren Posen hingelegt hatte, konnte nicht eindeutig festgestellt werden. Über das Dasein in der Band erzählten sie im Interview

Ein interessantes Gespräch durften wir mit DELAIN führen, vor der Mainstage erfreuten sich die Zuschauer am episch schönen Symphonic Metal und der wunderbaren Stimme von Charlotte Wessels. Auf das neue Album Moonbathers darf man sich schon freuen, es erscheint am 26.8.2016.

ELECTRIC WIZARD stellten während ihrer Performance als meditative Stoner Truppe mit hypnotisierendem Lichtkonzept und ebenso wirkenden Visuals die Frage an das Publikum "is anyone high?". Die Masse auf dem gut gefüllten Konzertgelände nickte bis tanzte als ein großes Ganzes und das Aufgehen der Musiker im Sound ging auf das Publikum über.

Nach ihrer Pause kehrten DEVIL DRIVER dieses Jahr auf die Bühne zurück und brachten mit mächtig Power die Erde zum Beben. Klassiker der Band, aber auch ein wenig von der neuen Scheibe „Trust No One“ gab es zu hören und auch eine Coverversion von "Sail" war drin. Über den Songwriting Prozess, das Bandgefüge und die Frage, wer den Abwasch macht, haben wir mit dem Frontman Dez Fafara im Interview gesprochen.

Auch zu später Stunde war vor der Mainstage bei AT THE GATES richtig was los. Der Sänger war sichtlich in seinem Element und erzählte mit seinem ganzen Körper mit beeindruckender Präsenz und Spannung. Das Set durchwegs schnell und energiegeladen gespielt, gab es auch einige stimmungsvolle, langsame Passagen, um erneut Schwung zu holen. „Slaughter Of The Soul“ sowie „At war with reality“ von den gleichnamigen Alben und weiterer Songs hauptsächlich dieser beiden Scheiben wurden performt. Mit den Worten "we don't like Death Metal, we love Death Metal" gab es zum Schluss noch eine Extraportion Double Bass und Shredding.

Das nächtliche Programm wurde dann auf der Second Stage noch von OBSCURA bestritten. Hauptsächlich wurden Songs der neuen Scheibe „Akróasis“ von der deutschen Death Metal Band gespielt.

 

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Day 5 - 29.07.2016

Nach satten vier Tagen Festival hatten RETRACE MY FRAGMENTS die Aufgabe am letzten Festivaltag nachmittags Stimmung zu machen. Die Progressive Band aus Luxemburg freute sich nicht nur darüber, am Tag vor ihrem Auftritt OBSCURA gesehen zu haben, sondern auch über die Fans, die mit ihnen gemeinsam abgingen. Über dies und das haben wir mit ihnen im Interview gesprochen.

Zu Mittag musste die Band ENTHROPE sich in Zeug legen al Atmospheric Death Metal Band, doch die Finnen machten schon etwas aus ihrem Auftritt. Zum Festival gehört auch ein Stilmix und so folgten irischer Metalcore von DEAD LABEL und aus Frankreich NOLENTIA mit ihren Grindcore Klängen.

Thrash Fans bekamen ordentlich was auf die Ohren von der deutschen Gruppe MYNDED. Wer die Bayern noch nicht gehört hat, aber auf Thrash steht, sollte sich diesen Musikbeitrag nicht entgehen lassen.

Als Power Metal Beitrag gaben NIGHTMARE ihr Bestes, um würdig und glorios am Festivalnachmittag Stimmung zu verbreiten, aus dem Bereich Pagan und Folk kommen SKYFORGER, die auch Thrash Elemente deutlich hören lassen und LARCENY kredenzten deutschen Melodic Death Metal.

Mit dem obligatorischen Kunstblut und schwarzer Farbe bemalt betraten VARG die Bühne. Im Interview haben wir über Menschen und Equipment geplaudert, auf der Bühne spielten sie neben bekannten Songs wie „Guten Tag“ auch "Streyfzug" und „Einherjer“ von der neuen CD „Das Ende Aller Lügen“.

Die Heavy Folk Gruppe EINHERJER aus Norwegen gaben einmal mehr ihre Erzählungen zum Besten, während DIRGE die Freunde des Industrial Metal erfreute – so breit gefächert sind eben die Metaldays.

Flitter, fliegende Klorollen, Gummitiere und Menschen in weißen Schutzanzügen kündigten GUTALAX an. Schnarrende Grindcore Vocals, donnernde Beats und durchschreddernde Gitarren brachten den tanzenden und lachenden Fans wie erwartet Partystimmung. "Robocop" und eine "Coverversion" von typischem Death Metal sowie unwirklich anmutende Diskoklänge brachten die Fläche vor der Second Stage platzmässig an ihre Grenzen.

Zeitgleich gab es auf der Mainstage ein Stück lebendige Musikgeschichte in Form von EXODUS zu erleben. Wer auf klassischen Thrash steht, moschte, hüpfte und nickte heftig zu "and then there were none" und anderen Gustostückerl der hohen Kunst der Abwechslung zwischen Trashergesang und Gitarrensoli. Der Frontman der Oldschool Band war sich sicher, dass Metal weiter leben wird und freute sich, dass Oldschool und Newschool Metalheads da waren. Auch nach 31 Jahren gefällt den Musikern ihr Job noch.

Episch ging es dann auch beim Headliner BLIND GUARDIAN zu. Das Set eröffneten sie mit „The Ninth Wave“ aus dem Album „Beyond The Red Mirror“, das im Vorjahr herauskam. Mit „Lord Of The Rings“ oder „Imaginations From The Other Side“ gab es auch Klassiker unter den elf Songs. Nach „War Of Wrath“ vom Band ging es dann aber doch noch weiter und es gab zur Beruhigung aller Fans „Into The Storm“. Spätestens bei „The Bard's Song – In The Forest“ und „Mirror Mirror“ scheint es, als würde das gesamte Publikum mitsingen und selbst noch alle müde gewordenen am Campingplatz scheint man aus der Ferne singen zu hören.

Eine unglaubliche Leistung gab es bei DRAGONFORCE zu sehen und zu hören. Man musste zwar etwas Geduld aufbringen, da leider Sänger Marc Hudson Auftrittsverbot von seinem Arzt erhielt, doch die Band hatte kurzfristig einen Freund zum Auftritt mitgebracht. Per Fredrik Asly „PelleK“ sang nach kurzer Vorbereitung grandios und freute sich auf der Bühne sichtlich darüber, dass der diesen Auftritt genießen durfte. 200 Millionen Views und 1,6 Millionen Subscriber kann PelleK vorweisen, aber auch unter den Gamern ist er nicht unbekannt. Er hat für Videospiel Soundtracks gesungen für Square Enix (Final Fantasy, Kingdom Hearts), Riot Games (League of Legends) und Songs für Spiele wie „Path of Exile“ und „Jelly Realms“ geschrieben.Mit „Cry Thunder“, „Symphony Of The Night“, „The Last Journey Home“ und „Through The Fire And Flames“ sowie dem MERLE KILGORE Cover „Ring Of Fire“ war der Abend gerettet.

Das Festival mit SATAN auf der zweiten Bühne ausklingen zu lassen klingt zwar recht böse, war aber eher eine British Thrash Angelegenheit. Die Urgesteine aus dem Jahr 1979 hatten schon zwei Auflösungen hinter sich, brachten aber 2015 das Album „Atom by Atom“ auf den Markt.

 

Alle Fotos gibt’s hier.

Fazit: Sonne, Baden, Musik, Musik, Musik und viele tolle Gespräche. Hinkommen, miterleben.

 

 

 

 

Metal | Rock | 12.09.2016 |Claudia Wadlegger

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