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Metaldays 2015

Alle Jahre wieder – Metaldays. Ein fettes Line up, ein Veranstaltungsort wie er schöner kaum sein könnte und genug Platz für gute Laune und nette Menschen.

 

Alleine schon die Lage des Festivalgeländes ist atemberaubend schön, rundum Berge und Grün so weit das Auge reicht sowie 2 Flüsse inklusive Strand ganz in der Nähe. Freilich waren Einkaufsmöglichkeiten auf dem Festivalgelände und im Ort vorhanden (inklusive einer wunderbaren, kühlen Pizzeria) und – eh klar - die Mitarbeiter und Bewohner in Tolmin waren freundlich und gut gelaunt wie immer.

 

Hier verdient auch die Website eine Erwähnung, denn sie ist übersichtlich und informativ. Und weil nach dem Festival ja bekanntlich vor dem Festival ist, kann man seine Verbesserungsvorschläge für das nächste Jahr online loswerden.

 

Bei den Anreisemöglichkeiten werden alle Besucher ob von Fern oder Nah bedacht und so bieten sich Flugzeug, Nightliner, Motorrad und Auto (Passstraßen inklusive Serpentinen) oder die Bahn an. Per Bahn geht es erst einmal nach Jesenice, dann nach Most Na Soci und von dort per Bus oder Taxi weiter. Zwischen den Bühnen kann man in wenigen Minuten hin- und her laufen bzw. gemütlich an den beliebten Einkaufsständen bummeln gehen.

 

Das Angebot ging von Klamotten über sehr viel Schmuck bis hin zu den üblichen Platten und CDs. Essensstände gab es reichlich und auch an Bars und Bierständen mangelte es nicht, wobei hier seit einigen Jahren an speziellen Punkten eine „Paycard“ gelöst werden musste. Der Vorteil daran mag sein, dass es kein Herumsuchen nach dem passenden Kleingeld auf beiden Seiten gibt und dadurch eine schnelle Abwicklung der Getränke und Essensausgabe möglich ist. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass man bei Verlust der Karte das ganze Geld verliert, das auf der Karte war.

 

Am Ende des Festivals konnte man sich dann noch aussuchen ob man die Karte mit dem Guthaben an den wenigen geöffneten und nicht immer günstig verteilten Punkten zurück geben wollte oder nicht. Manch einer überließ das restliche Guthaben ganz den Betreibern, andere holten sich zwar das Guthaben zurück, wollten aber die Plastikkarte behalten (Kostenpunkt 4 €), aber alle zahlten für die Bearbeitung 1 €. Man sagte mir, dass es vor Jahren die Möglichkeit gab, die Karte direkt bei der Ausfahrt zu retournieren, doch dies war heuer nicht möglich. Zur weiteren Versorgung gab es noch Stände von lokalen Anbietern mit sehr hochwertiger, selbst erzeugter Ware (keine Annahme der Paycard) und zwei Supermärkte (ebenfalls keine Annahme der Paycard).

 

Einen Vergnügungspark oder Tattoo- bzw. Piercingstände suchte man vergebens, dafür gab es eine Make up Artistin und eine Beach Bar direkt an der Soca, an der eine Feuershow und Tanzeinlagen geboten wurden.

 

Ungewöhnlich vielfältig (und deshalb erwähnt) waren die Sanitäranlagen mit Kaltduschen, Duschen im Dixi Style, Warmwasserduschen, Dixiwaschraum, kalter Wassertränke, Dixis und WCs Anlagen. Eindeutig eine Maßnahme, damit der nahe gelegene Fluss so schön bleibt wie er ist. 2 € für Warmwasser Dusche und WC in Bar, 10 € für unbegrenzte Benützung das ganze Festival lang via Paycard) sind wirklich fair.

 

Beim Campen gab es die Möglichkeit das Zelt neben seinem Auto aufzuschlagen und der kreative „Festungsbaudrang“ fand keinen Widerstand, ob Partyzelt oder Aussichtsplattform.

 

Für Journalisten jedes Jahr eine große Hilfe, war auch diesmal das Team von cmm Marketing als Presseinformation und der Koordination der Interviews unterwegs.

 

Nun aber mal zur Musik:

 

An 5 Festivaltagen wurden auf 2 Bühnen an die100 Bands geboten, was einerseits verspricht musikalisch keine Langeweile aufkommen zu lassen und andererseits heißt, dass man bereits ab der Mittagszeit Live Musik (abseits der unterschiedlichsten Beschallungen auf dem Campingplatz) genießen kann.

 

Tag eins brachte die Besucher unter Anderem mit Stonerrock und Sludge Metal in Stimmung:SLOMIND und KROKODIL aus good old UK spielten auf. Thrashfans freuten sich über ANVIL, die sichtlich selbst Freude an ihrem Gig hatten und DEVIN TOWNSEND war wieder einmal für Freunde guter Musik und Optik ein wahres Fest. Eine wilde Crowd gab es anschließend bei QUEENSRYCHE, die natürlich mit Klassikern punkteten. Mit der Urgesteinen FEAR FACTORY und SAXON hatte das Festival gleich am ersten Tag klar gemacht, dass man weiß, wie man ein beeindruckendes Live Erlebnis garantieren kann – der Ton macht bekanntlich die Musik und auch der hat Freude bereitet.

 

Mit Seventies Style und Blues Rock startete der zweite Tag mit einfühlsamem Gesang und groovigen Klängen der BLUES PILLS, doch es ging bald darauf schon wieder wesentlich wilder zu: die BLACK LABEL SOCIETY ließ ZAKK WYLDE über die Bühne „tänzeln“, nein ernsthaft, eine gewaltig thighte Show war das. Auch in diesem Set durften „In this River“ und ein ordentliches Gitarrensolo nicht fehlen, schließlich sollen auch die Gitarrenliebhaber etwas vom Festival haben. Stimmungsvoll konnte ein Klassiker der Musikgeschichte vor allem jene begeistern, die gerne in das Gefühl eines Songs mitgenommen werden möchten: DREAM THEATER mit super Bühnenshow, Licht, Performance – Atmosphere atmen. Nochmal ordentlich Druck gemacht, wie es sich gehört, haben dann noch CANNIBAL CORPSE. So wurden wohl auch nach einem guten ersten Tag keine großartigen Enttäuschungen am zweiten Abend laut.

 

Quasi zur Halbzeit, also am dritten Tag war das Programm mit DEATH ANGEL und SEPULTURA recht Trash gewaltig. Harte Riffs, Tempo, Tempo und eine Energie der Musiker im Miteinander gab es von beiden Bands. Kisser hat die Setliste Karte ganz souverän ausgespielt und mit „Arise“, „Inner Self, „Choke“ „Territory“ und„Roots Bloody Roots“ Publikum wie Musikern ordentlich was zu tun gegeben. Der Moshpit machte auch später noch von sich reden und sah auch aus der Ferne beeindruckend aus. Ganz anders, aber nicht weniger erfreulich ging es bei ACCEPT zu: Deutscher Heavy Metal mit Uwe Lulis auf der Bühne. Posing, dass von allen Großmeistern der Bühne zelebriert wird, aber trotzdem sauber gespielt, ein Teamsport und einfach ein erfreuliches, klassisches Großereignis. Damit aber auch die härtere Schiene gut bedient werden konnte durfte Melodic-Death Größe ARCH ENEMY nicht fehlen. Die Diskussionen über den Gesang einst und heute werden zwar nie enden, aber wenn man versteht, dass zwei Künstler authentischer Weise unterschiedliche Dinge tun und auch von Show zu Show gerade das einen Unterschied macht, was live besonders ist, dann kann man sich an der Live Show freuen.

 

Last not least habenes dieVeranstalter geschafft, auch den letzten Tag nochmals ordentlivh bun t zu mischen und es ging vor allem mit KATAKLYSM richtig hart ab. Auf Death folgte die Folk Pagan Gruppe ELUVEITIE und wer noch nicht in Zauberwald-Stimmung war, musste sich beim Publikumsentscheid für die schweizer Version von „The Call of the Mountains“ schon ordentlich zusammen reißen, nicht den bösen Gesichtsausdruck mit einem Lächeln zu ruinieren. Zurück zur härteren Schiene ging es mit BEHEMOTH, die ihre wunderschöne Bühnendekoration mit Black Metal Klängen feierte.

 

Besonders zu erwähnen sind noch die Alpenmetal Band SILIUS und DAEDRIC TALES aus Österreich!

 

Die Energiebündel SILIUS gaben wieder alles, wie 2015 schon mehrmals erlebt. Als Gewinner des Metalchamp 2015 spielten sie auf dem Nova Rock und anderen Festivals, aber auch in Wacken durften sie als nationale Sieger als Vertreter für Österreich in Wacken spielen.

 

DAEDRIC TALES begeisterten das Publikum mit ihren Geschichten und ihrem unwiderstehlichen Charme, beides zusätzlich zum musikalischen Talent wohl gemerkt.

 

Fazit für dieses Festival: wer nicht da war hat viel gute Stimmung, tolles Bands und Shows und zwei wunderschöne Strände versäumt, alle Besucher haben ihren Enkeln noch was zu erzählen. Eine erträgliche Größe des Festivalgeländes, alles gemütlich und auch immer tolle junge Bands zu erleben.

Metal | 13.08.2015 |Claudia Wadlegger

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