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FEUERSCHWANZ, VOGELFREY 2016

 „Sex Is Muss“ – Eindeutig zweideutig ist der Tourname von FEUERSCHWANZ. In der SimmCity Wiens beehrten uns des Hauptmanns geiler Haufen und mit im Tour-Gepäck der Pakt der Geächteten VOGELFREY.

 

Die Hamburger Truppe eröffnete den Abend mit „Sturm und Klang“, dem gleichnamigen Album welches sie erst 2015 veröffentlichten. Die Publikumsanzahl stieg nach und nach, im gleichem Maße wie der Alkoholspiegel der Fans. „Hörner hoch“ folgte - eine klare Ansage frei nach dem Motto der Name ist Programm. Gewohnt musikalisch abwechslungsreich präsentierten sich VOGELFREY  mit mittelalterlich-ironischen Texten gepaart mit filigranen Violinen und harten Gitarren-Klängen. Es wurden jedoch nicht nur Leber und Stimmbänder gefordert, die ein oder andere Lektion zum Mitdenken war auch dabei. Klatschen und „Met Met Met“ Rufe waren noch leicht umzusetzen, bei Lektion 4: Headbangen wurde es schon anstrengender. Das Publikum kam mit „Schuld ist nur der Met“ ganz auf ihre Kosten. Wer es härter mag wurde ebenso bedient, „Abschaum“ und „Lindwurm Massaker“ ließen die Haare fliegen, der Moshpit war eröffnet! Hoch motivierte Fans und eine volle Halle hinterließen VOGELFREY  nach ihrem Auftritt und ebneten dem Headliner des Abends damit den Weg. Mit den würdevollen Worten „Bier trinken, jo!“ verabschiedeten sich die Germanen.

 

Provokativ, lyrisch, ironisch und ein bisschen versaut, kurz: FEUERSCHWANZ. Mit ihrem neuen Album „Sex Is Muss“ bleiben die Nürnberger ihrem provokanten Parodie-Stil treu. Bereits zum zweiten Mal besuchen sie uns in Wien, damals allerdings in der Szene. Passend zum Thema war die Metmieze Musch-Musch auf der Bühne zu sehen und sorgte zusammen mit Geigerin Johanna von der Vögelweide (alias Stephanie) mit Sicherheit bei einigen Teilnehmern für eine gute Durchblutung. Ganz klar, das Thema des Abends „Sex“. Ganz so simpel ist es dann aber nicht, neben Met und Fortpflanzungsritualen sind FEUERSCHWANZ auch für ihre satirischen, aber gleichzeitig sozialkritischen Texte bekannt. In Zeiten, in denen es schwer fällt jemanden nicht bei jedem 2ten Schritt auf die Füße zu treten, eine willkommene Abwechslung.

 

Auf der erwarteten Eröffnung mit „Sex Is Muss“ folgte sehr passend „Moralisch (höchst verwerflich)“. Textsicher und motivierter denn je grölten sich die Fans die Stimme aus dem Hals, bei welchem Lied? „Blöde Frage, Saufgelage“. Die beiden Sänger Hauptmann Feuerschwanz (alias Peter Henrici) und Prinz R. Hodenherz III das instrumentale Multitalent (alias Ben) begeisterten die Zuschauer mit einer kreativen und sehr humorvollen Bühnenperformance. Wem warm war dem wurde gleich heißer, die Band forderte zu einem Moshpit der anderen Art auf, ausdrücklich erlaubt sei der körperliche Kontakt zu den Nachbarn. Ein Schelm wer dabei Böses denkt! Ebenfalls für erhitzte Gemüter der positiven Art sorgten Sir Lanzeflott (alias Robert) am Schlagzeug  und Hans der Aufrechte (alias Hans) an der E-Gitarre. Der Abend schaukelte dem Höhepunkt entgegen könnte man meinen, doch es ist leider schwer zu sagen welcher Teil der Show nun der Beste war. Hier die Auswahl: Ein sexueller Akt zwischen Fee und Ritter/in (Hauptmann und Miriam aus dem Publikum – bekleidet!), Mieze Musch-Musch im kurzen Rock und angekettet, eine Bolognese bestehend aus ca. 70% des Publikums oder das Ruderboot unter der Leitung von Sir Lanzeflott inklusive sexy Matrosin. Die Aufzählung könnte immer so weitergehen, aber das würde den Rahmen sprengen.

 

So langsam bewegte man sich dem Ende des Saufgelages zu, nicht aber ohne ein paar extra Schmankerl. Felix Taugenix (alias Felix) legte ein episches Bass-Solo hin und der Hauptmann zwängte sich bei „Krieger des Mets“ in eine leuchtende Rüstung.

 

Zusammenfassend ein sehr gelungenes Konzert das Lust auf mehr macht. Musikalisch tip top, keine Patzer und eine gute Hallenakustik. Bis zum nächsten Mal und nicht vergessen „Sex is Muss“!

 

Redakteur: Mark Gemmecke

 

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15.11.2016 |Mariam Osman

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