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ENSIFERUM - ((szene)) Wien

Die ((szene)) Wien wurde am 16.03.15 Opfer einer Invasion aus dem Norden. Mit gleich drei finnischen Bands war es besonders haarig und führte zudem auch noch zu einem ausverkauften Konzert. OMNIUM GATHERUM übernahm die Rolle als Opener und füllte bereits zu Beginn die Halle. Neues gab es von ihnen nicht zu hören, das schien dem Publikum aber relativ egal zu sein, denn mehr Beinfreiheit hatte man dadurch trotzdem nicht. Musikalischer Schwerpunkt lag ganz klar auf ihren letzten beiden Alben „Beyond“ und „New World“, womit sie anscheinend den Nerv der Fans getroffen hatten. Mit typischer Melodic-Death-Metal-Beschallung schafften sie es, die müden Wiener Wikinger, langsam aber stetig, aufzutauen.

 

Wer sich denkt nach voll kann ja nichts mehr kommen der irrt, man konnte sich des Gefühls nicht erwehren das es noch enger wurde. Ob das nun am erhöhten Bierkonsum lag oder an der gehobenen Stimmung ist schwer zu sagen. Fix kann man aber sagen, das INSOMNIUM nach finnischer Tradition für fliegende Haare und eifriges Geklatsche sorgte. Mit „Killjoy“ und „Where The Last Wave Broke“ holten sie mit einem ihrer Klassiker weit aus und schlugen den Zuhörern damit auf das Trommelfell. Neben der Klangähnlichkeit mit ihren Landsleuten, teilen sie sich noch eine andere Gemeinsamkeit. So nimmt Markus Vanhala eine Doppelrolle ein und spielt sowohl für OMNIUM GATHERUM als auch für INSOMNIUM an der E-Gitarre. Als Überleitung zum Headliner lieferten sie „Weighed Down With Sorrow“ und verschafften den Konzertbesuchern damit eine kleine Pause vor dem großen Haar-Sturm.

 

ENSIFERUM, was soll man da sagen: Lange Haare, ordentliche Riffs, viel Alkohol. Im Prinzip so wie ihre Vorgänger, nur in allen Bereichen noch ein Stück mehr und ein ganzes Stück kräftiger. Mit ihrem Intro  „March Of War“ und dem folgenden Starter „Axe Of Judgement“ eröffneten die Jungs auf hohem Niveau und stellten sogleich zwei neue Songs von ihrem erst vor Kurzem erschienen Album „One Man Army“ vor. Die Fans, gut aufgewärmt und hoch motiviert, bekamen mit dem Folk-Viking-Metal Mix was sie wollten. Die Show und die Stimmung erreichten den Höhepunkt des Konzerts. Bei „Into Battle“ feierte nun auch der erste Moshpit sein lang ersehntes Opening. Geklatscht wurde weniger, das Publikum war zu sehr mit Headbangen beschäftigt. Wie es sich für eine Albumtour gehört präsentierten sie größtenteils Songs von ihrer neuen Platte. Alteingesessene Fans kamen, mit „Ahti“, auch auf ihre Kosten. Dauerbrenner wie „Smoking Ruins“ und „Unsung Heroes“ waren ebenso vertreten und markierten die Halbzeit des Auftritts. Zwischendurch wurde es auf einmal ruhiger, Netta Skog spielte ein Solo mit einem Akkordeon und das Publikum bedankte sich prompt für diese Darbietung. Die ehemalige Keyboarderin von TURISAS ersetzte auf der gesamten Tour die (immer noch zur Band gehörende) Emmi Silvennoinen. Ebenfalls Teil ihrer Showeinlage war die etwas ungewöhnliche Aufforderung zum Fingerdisco-Move. Es wird im Nachhinein zwar niemand zugeben, doch es waren einige bärtige Gestalten zu sehen, die diesem Aufruf folgten. Zur allgemeinen Erheiterung gehörte auch ein Akkordeon/Gitarren-Battle zum Repertoire. Um dem Ganzen eine Krone aufzusetzen sollte als Abschied „Victory Song“ herhalten. Zuvor kam es jedoch zu einem ganz besonderen Schmankerl, die Band beschloss im Uhrzeigersinn die Instrumente zu wechseln und spielten mit Netta Skog am Mikrofon das JUDAS PRIEST-Cover „Breaking The Law“. Neben der weiblichen Stimme folgte als weitere Besonderheit die Untermalung mit einer Double-Bass. Jene, die nicht dem Alkohol verfallen waren, werden sich wohl länger daran erinnern können. Natürlich ließen sich die Fans nicht so einfach rausschmeißen und so folgten die altbekannten Songs „From Afar“ und „Token Of Time“. Um die 'best of' zu vervollständigen beendeten ENSIFERUM den Abend, wie immer, mit „Iron“.

 

Trotz einiger Kritik von der Community an dem neuen Album, schien der Live-Auftritt mit der „One Man Army“ Album-Tour zu überzeugen. Zumindest konnte auf Seiten der Fans kein Mangel an Begeisterung festgestellt werden. Die Finnen haben mal wieder gezeigt wie man es macht und so warte ich gespannt auf ihren nächsten Auftritt in Wien, dann hoffentlich in einer etwas größere Location.

 

Gastredakteur: Mark Gemmecke

Metal | Szene Wien | 18.03.2015 |Mariam Osman

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