Live Reports

Headerbild

ROCK In VIENNA - Tag 3

Iron Maiden und der Regentanz

Der letzte Tag des Festivals startete mit einer Band aus Wien, die Metal mit Klezmer Einflüssen spielt und sich GASMAC GILMORE nennt. 2009 räumten sie den „Austrian Newcomer Award“ für ihr Album „About Boys and Dogs“ ab. Sind sie manches Mal durch ungewöhnliche Auftrittsorte aufgefallen, begnügten sie sich diesmal mit der Bühne.

 

Die isländischen THE VINTAGE CARAVAN kamen mit einer Mischung aus Psychodelic und Bluesrock auf die Mind Stage. Im Vorjahr hatten sie ihr jüngstes Album „Arrival“ auf den Markt gebracht.

 

Die Münchner THE WHISKEY FOUNDATION, die letzten Sommer mit VINTAGE TROUBLE als AC/DC Vorband unterwegs waren und ihr zweites Album „Mood Machine“ herausbrachten folgten gleich darauf.

 

TREMONTI, der übrigens auch Gitarrist bei Alter Bridge und Creed ist (er war vielen Menschen irgendwoher bekannt, aber woher nur), wurde mit seinem Soloprojekt, das seinen Namen trägt, schon freudig erwartet und machte ordentlich Druck. Ein Gitarrist, den man nicht verpassen sollte.

 

Ihr neuestes Album "Threat to Survival" brachten SHINEDOWN im September 2015 heraus. Die US Rockband spielten eine gute Show, was ihnen sichtlich auch selbst gefiel. 

 

Die ebenfalls aus den USA stammenden MAN THE MIGHTY brachten ihre wenige Tage alte neue Scheibe „Paper crown“ mit nach good old Europe und waren für die meisten Hardrock Fans ganz solide unterwegs.

 

ZAKK WYLDE zeigte einmal mehr seine Liebe zu seiner Gitarre und welche Kunststücke er damit vollführen kann. Ob hinter dem Kopf oder mit der Zunge, er liebt diese Spielereien. Manchen Besuchern war das zu viel, doch das ist wohl Ansichtssache.

 

Viele Besucher wussten das nicht, doch es gab am Festival auch einen „Familienausflug“. THE WILD LIES gaben ihr Bestes und hatten einen recht bekannten Zuschauer, der von ein paar überraschten Festivalbesuchern um Fotos gebeten wurde: Dylan, der Sohn von Adrian Smith (Iron Maiden) ist bei dieser Band am Bass zu hören. Wer das verpasst hat, sollte nächstes Mal unbedingt hinschauen, auch wenn der berühmte Vater nicht dabei sein sollte.

 

Mit Orgelklängen, klassischem Powermetal, Kutte und der extra Portion Make up ging die Show von POWERWOLF ab. Die bewährten Ansagen, gemeinsam in die Schlacht für den Metal zu ziehen und eine Metal Messe zu halten, machten Stimmung und sollen natürlich ebenso wie die Texte provozieren. Den Besuchern hat es jedenfalls gefallen.

 

Death Metal aus Frankreich lieferten danach GOJIRA. Mit ihrem neuen Album "Magma", das am 17.6.2016 erscheinen soll, bringen sie ihre Sorge um die Erde erneut zum Ausdruck. Ihr Set begann mit „Toxic Garbage Island“, von der neuen Scheibe gab es „Silvera“ und „Stranded“ zu hören. Ihr progressiver Einfluss kam immer mal gut durch. 

 

Melodic Metal trugen THE RAVEN AGE aus England bei. 2016 ist das Jahr ihrer Welttournee und sie spielen als support bei der „The Book Of Souls“ Tour von Iron Maiden.

 

Die bereits zur Kultband avancierten KREATOR bringen ihr neues Album wohl 2017 heraus, die Show war aber auch ohne neues Album großartig. Ein Fest für alle, gutes Timing und schnelle, harte Riffs mögen. Die Soli wurden trotz des Tempos perfekt und lässig eingestreut. Wie viel Nebel in einer Show auf die Bühne passt wurde wohl auch getestet und ein paar Stichflammen gab es noch oben drauf. 

 

„Operation Ground and Pound“ ließ die Show von DRAGON FORCE beginnen. Wie man sie kennt und wie der Name schon erahnen läßt: Powermetal as Powermetal can be, aber eben durchaus mit schnellen Passagen. Von ihrem letzten Album „Maximum Overload“ gab es die „Symphony Of The Night“ und der Klassiker „Through The Fire And Flames“ durfte als Abschluss nicht fehlen.

 

Nach einer kurzen, heftigen Regenpause ging es bei NIGHTWISH mit „Shudder Before The Beautiful“, „My Walden“, „Èlan“ und „Yours Is An Empty Hope“ ab. Somit gab es in der Setlist einen eindeutigen Schwerpunkt auf das Album „Endless Forms Most Beautiful“ aus dem letzten Jahr. Die Musiker genossen ihren Auftritt und erzählten ihre Geschichten, „Storytime“ war auch darunter. Die Stimmung und die Stimmen waren genial, die Visual Show im Hintergrund war gut auf das Set abgestimmt. Auch dynamisch war die Band einfühlsam unterwegs. "Danke, dass ihr hier seid, um Musik zu feiern. Donner und Regen, egal, wir sind hier.", so die Sängerin.  Kurz gesagt: epic gig 

 

Ins Wasser gefallen ist leider die Show von IN EXTREMO. Nach kurzer Zeit konnte nicht mehr weiter gespielt werden, nach langer Pause sorgten sich die Besucher darum, wie das Festival wohl enden würde.

 

Die Ed Force One war schon am Samstag in Schwechat gelandet und als beliebtes Fotomotiv auf diversen Social-Media Kanälen zu sehen. Nun folgte auch die Band: IRON MAIDEN als Headliner des letzten Tages. „If Eternity Should Fail“ wurde zu Showbeginn gefolgt von „Speed Of Light“ gespielt. „The Trooper“, „Fear Of The Dark“ als ultimative Mitsingnummer und „Iron Maiden“ waren als Klassiker großartig - nicht nur als Show mit riesigem Bühnenaufbau und den unübertroffenen schauspielerischen großen Gesten, die jede Leinwand überflüssig machen, sondern auch musikalisch eine Freude.

 

Für „The Number Of The Beast“, „Blood Brothers“ und „Wasted Years“ holte die Band in einer kurzen Pause, in der die „Zugabe“ Rufe genossen werden konnten, tief Luft und mobilisierten ihre Kräfte für diese Schmankerl. Mit 15 Songs waren die Herren trotz fortgeschrittenem Alter bis zum Schluss super motiviert. Viel emotionaler kann ein Festival wohl kaum enden.

 

Auf das Line up für das nächste Jahr kann man also gespannt sein.

 

Zu den Fotos geht’s hier!

Metal | Rock | 10.06.2016 |Claudia Wadlegger

Zurück

Aktuelle Themen