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ROCK IN VIENNA - Tag 2

Rock, Punk und Iggy Pop

Den zweiten Tag, der dem Punk und dem Rock gewidmet war, eröffneten RAMMELHOF, auf die bald schon ANTI-FLAG auf der Mind Stage folgten. Die Beschwerdeführer und Gewinner des FM4 Protestsongcontest 2015 RAMMELHOF nahmen auch auf dem Rock In Vienna kein Blatt vor den Mund und sorgten mit ihren kritischen Texten einmal mehr für laute Zustimmung aus dem Publikum, manchen Besuchern ist die Art der Kritik und Provokation schon zu viel, doch da scheiden sich bekanntlich in der Kunst oft die Geister. Nach ihrem Album "Die ganze Welt ist ein Rammelhof" kam im Mai die Single samt Video "Pumpgun" heraus.

 

Im 22sten Jahr ihres Bestehens brachte die Punkband ANTI-FLAG mit Kultstatus 2015 ihr Album "American Spring" auf den Markt, das einiges an Kritik zur derzeitigen politischen Lage versprüht, wofür die Band ja auch bekannt ist. Im April 2016 kam zuletzt im Rahmen des Record Store Day die Platte "Live Acoustic at 11th Street Records" heraus. Wenn die Band auch nicht sehr begeistert davon schien, dass ihr Auftritt schon am frühen Nachmittag angesetzt war, machte sie das Beste daraus und es gab eine Floorshow. Die Menge ging zu "Die for your government" rund um das drumkit ab. Der Gig in Wien steht am Beginn der Europatour, die direkt an die Tour in Kanada anschließt. Wie die Zusammenarbeit der Band mit dem System und die geäußerte Systemkritik zusammenpassen und was das Projekt "Military Free Zone" mit Kindeswohl zu tun hat, ist im Interview auf alternet.org festgehalten.

 

Es folgten nahezu gleichzeitig mit GRAVEYARD die BLACK PEAKS, die gerade am Anfang ihrer Europatournee stehen und mit ihrem Album "Statues", das im April heraus kam, im Gespäck reisen. Progressive Post Hardcore nennen sie ihren Stil selbst.

 

Nach den energiegeladenen ANTI-FLAG ging es auf den Hauptbühnen wieder etwas entspannter weiter mit gemütlichem Rock. „Innocence & Decadence“ heißt das neue Album von GRAVEYARD, das am 25.9.2015 auf den Markt kam. Die schwedische Formation, die eine Mischung aus Heavy Rock, Blues und Psychedelic spielt, dürfte auch einen Bienenschwarm als Fans haben. Es gab einen Versuch, die Bienen zu entfernen und auch einige Zeit lang eine Absperrung.

 

Die Rockband PRIME CIRCLE aus Südafrika machte auf der Jolly Rogger Stage eine solide Show. Bei den South African Music Awards war die Truppe schon mehrfach nominiert und räumte auch schon einige Preise ab, außerdem erreichten sie mit ihren Alben bereits mehrfach Gold und Platin.

 

Fast gleichzeitig gaben ROYAL REPUBLIC auf der Mind Stage alles. Mit ihrem neuen Album „Weekend Man“, das im Februar heraus kam, im Gepäck heizten die schwedischen Rocker dem Publikum ein.

 

Mit Rock aus Ontario ging es auf der Jolly Roger Stage weiter. MONSTER TRUCK kamen ebenfalls mit einer neuen Scheibe, die sich "Sittin' Heavy" nennt und im Februar erschien. Die kanadische Coolness gepaart mit lässigem Sound kam sichtlich gut an.

 

Währenddessen gaben auf der Soul Stage JULIETTE AND THE LICKS heißen Rock zum Besten. Die Rockband aus LA, formierte sich im letzten Jahr nach einer Pause seit 2009 neu und Juliette Lewis mit ihren vielen verschiedenen Gesichtern kam bei den Fotografen natürlich gut an. Frontfrau Sie hatte sich zuletzt eher auf ihre Filmkarriere fokusiert. Am 1.9.2016 will die Band ihr neues Album auf den Markt bringen.

 

Eröffneten ALL FACES DOWN letztes Jahr bei AC/DC, sind sie diesen Sommer in Europa auf Tour. Die Wiener beschreiben laut eigenen Angaben ihren Stil als "Mischung aus Pop-Punk, Hardcore und Metal (Post-Hardcore)“. Die Aufnahmen für das neue Album sind gerade im Gange, Titel und Erscheinungszeitpunkt sind aber Geheimsache.

 

Mit liebevoll überlegten Sätzen auf Deutsch starteten THE SUBWAYS ihren Gig. „Wir sind THE SUBWAYS" and it's so good to be back in Österreich", so der Frontman nach dem ersten Song. Die britische Indie-Rock-Band war im Frühjahr mit ihrem neuen Album „The Subways“, das letztes Jahr erschien, in Nordamerika unterwegs. Wir sind THE SUBWAYS" and it's so good to be back in Österreich", so der Frontman nach dem ersten Song. Die Bassistin sprang bangend über die Bühne, wenn sie nicht gerade vor dem Mikro stand und es ging ordentlich ab. Die Ansagen waren alle auf Deutsch und gingen über das altbekannte „wie geht euch“ hinaus - Respekt. Letzter Song war wie erwartet "Rock 'N Roll Queen".

 

Die nächsten Briten, die eher in die Folk Richtung gehen, waren SKINNY LISTER, die parallel zu MANDO DIO spielten. "Down On Deptford Broadway" heißt ihr neues Album und nach ihrer sommerlichen Europatournee folgt im Winter die USA.

 

Der abendliche Schwedenrock von MANDO DIAO führte zu unterschiedlichen Meinungen im Publikum. Mit rotem Leuchtfeuer und Dschungelgeräuschen stimmte die Band das Publikum ein. Die Backing vocals wurden zu dritt gemeistert und die Partystimmung ging schnell auf das Publikum über. Einige konnten sich der Meinung der Feiernden nicht anschließen, aber so ist das eben bei Live Konzerten. Nachdem es Funky geworden war, ging es um die Flucht vor der eigenen inneren Dunkelheit. Der neue Song "Money" wechselte aber gleich wieder zur Partystimmung – nur nicht zu ernst werden.

 

BIFFY CLYRO spielten von langsam und einfühlsam bis schnell und heftig alles aus ihrer Palette. Der Sänger war viel zu vertieft in seine Musik um Ansagen zu machen, das tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Seine Gitarre liegt ihm sicher am Herzen, sie ist wohl absichtlich abgespielt belassen. Der bekannteste Hit von Ihnen "Many of horror" war natürlich mit dabei. Der letzte Song wurde schließlich doch angesagt und blies einem die Ohren weg. Das neue Album von soll am 8.7.2016 herauskommen und auf den Namen Ellipsis hören. Wer sich die Vorverkausseite ansieht, wird feststellen, dass sich jemand viele Möglichekiten und Packages überlegt hat.

 

Headliner war am zweiten Tag IGGY POP, der ja als einer der ersten Punks Geschichte schrieb. Im März diesen Jahres kam nach 4 Jahren wieder ein Album, das sich "Post Pop Depression" nennt. Er turnte mit seinen fast 70 Jahren über die Bühne, gut gelaunt und gut bei Stimme erzählte er seine Punkrock Geschichten. "Passenger" zu spielen war freilich drin neben vielen anderen Hits aus seiner langen Musikkarriere.

 

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Metal | Rock | 09.06.2016 |Claudia Wadlegger

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