Live Reports

Headerbild

ABORTED, SEPTICFLESH, KATAKLYSM 2016

Belgischer Deathmetal/Grindcore vom Feinsten mit viel Tempo und sehr brutalen Riffs. ABORTED zeigte weshalb man die erste Band eines Konzerts nicht verschmähen sollte. Das Trommelfell würde dies wohl begrüßen, damit wären wir aber bei der falschen Zielgruppe. Die Arena Wien war von Anfang an gut gefüllt und auch der erste Moshpit konnte sich sehen lassen. Nicht selbstverständlich für das Genre, dafür umso positiver zu vermerken, war der sehr saubere Sound und die satten Riffs. Jene Fans mit gutem Gehör dürften sich über Svenchos Insider-Ankündigung "I won't leave you crippled and broken" gefreut haben. Von Massenmördern inspirierte Texte, brachiale Grunts und Growls à la Svencho führten zu einem Top Einstieg in den Abend!

 

Mit mythischen Deathmetal-Klängen ging es weiter zum zweiten Auftakt. Die athenische Band SEPTICFLESH, ebenso ein alter Hase aus der Szene, gaben sich die Ehre. Als Fundament bedienten sie sich ihrer 2014 erschienen Platte "Titan", Klassiker wie "Anubis" und "Communion" waren ebenso im Sortiment und sorgten für eine theatralisch dunkle Atmosphäre. Sänger Spiros Antoniuo alias Seth füllte mit seiner donnernden Stimme die Halle. Kerim Lechner alias Krimh, der seit 2014 als Drummer dabei ist, heizte dem Publikum an der Double-Bass ordentlich ein. Spätestens mit "The Vampire from Nazareth" war die Menge nicht mehr zu halten. Technisch beeindruckend und in Höchstform präsentierten sich SEPTICFLESH von ihrer besten – dunkelsten – Seite.

 

Nach so starken Vorbands waren die Erwartungen an den Headliner des Abends hoch. Ihre Vorstellungstour für "Of Ghosts and Gods", dem erst im Sommer 2015 erschienenen Album, war lange erwartet. Produzent Mark Lewis bezeichnet das Album als “KATAKLYSMs bestes Album bis jetzt“. Ob die Fans das genauso sehen sei mal dahingestellt, bewertet man dies allerdings anhand der Stimmung in der Arena Wien so scheint die Aussage gar nicht zu hoch gegriffen. Eine Beschreibung der Band wird für die meisten Leser nicht nötig sein, für unbewanderte des Genres ein paar Schlagwörter: Brutal, laut, aggressiv und verdammt motiviert. An der Stelle ein Hinweis auf die griechische Namensherkunft der Band und dessen Bedeutung:

 

Kataklysm - „Ein gewaltiges, mit Gewalt hereinbrechendes Ereignis, das durch grundlegenden Umbruch und Zerstörung alles Vorhandenen gekennzeichnet ist - im weiteren Sinne ein Ereignis, das große Umwälzungen mit sich bringt - das Ende der Welt wie wir sie kennen.“

 

Ganz in diesem Sinne war auch die Laune vor der Bühne. Stage-Dives, Moshpits und Headbanger vermischt, die wichtigsten Zutaten für Metal-Faschiertes. Neben neuer Songs durfte sich das Publikum auch mit althergebrachten Methoden der Selbstkasteiung, namens  "As I Slither" und "In Shadows & Dust", begnügen. Eher unbekannt - und laut Frontsänger Maurizio Iacono auch zum ersten Mal live in Wien gespielt - konnte sich "Open Scars" auf die Setliste durchringen. Als das Ende schon in Sicht war lieferten die Kanadier ihre Allzweckwaffe "Crippled & Broken", womit wohl auch die letzten Kraftreserven der Fans erschöpft waren. Als Schmankerl oben drauf und zum Abschied boten die Jungs "Iron Will" und "Elevate". Mit den Worten "We are always loyal to Austria and ready for a drink after" von Maurizio Iacono kam das Konzert zu einem würdigen Ende. Ein Konzert ohne Makel, welches Vorfreude auf das nächste Mal hinterlässt.

 

Gastredakteur: Mark Gemmecke

 

Hier geht's zur GALERIE!

 

Death Metal | 28.01.2016 |Mariam Osman

Zurück

Aktuelle Themen