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Arcane Roots im Salzburger Rockhouse

TOSKA

Elf Achtel plus 7 Viertel, inklusive 4 über 3 – Was sich anhört wie der Albtraum einer Algebra-Schularbeit war am Donnerstag-Abend das traumhafte Set von Toska, mit dem die Band im Rockhouse das Konzert von Arcane Roots mehr als würdig eröffnete. Dabei kamen nicht nur Fans des progressive und technical Rock auf ihren Geschmack. Die ausgeklügelten Riffs, Überlagerungen und Taktwechsel waren so präzise, technisch überragend und kräftig gespielt und vor allem leichtfüßig in die Songs verpackt, dass es unmöglich war, dem mitreißenden Puls zu entkommen. Insgesamt verbreiteten die drei Musiker aus Brighton (England) unglaublich viel Energie und Sympathie von der Bühne aus. Wie soll das noch zu toppen sein?!

 

ARCANE ROOTS

Auch wenn zwischendurch der Witz fiel „They always kick our asses, compared to them (Anm.: Toska) we play complete rubbish on this tour(…)”, darf man dem Bassisten des Hauptacts hier keinen Glauben schenken - von Einschüchterung kann bei dem Auftritt der ebenfalls dreiköpfigen englischen Band nicht die Rede sein!

 

In feinster Arcane Roots-Manier zogen die drei Musiker aus Kingston Upon Thames das Publikum in einen nicht enden wollenden Bann, in dem einem als Zuseher das Zeitgefühl vollkommen verloren geht. Wie es für die genialen Köpfe so üblich ist, verpackten sie eine grandiose Mischung aus neuen und alten Songs in eine knapp über eine Stunde lang dauernde Show, während der es keine Sekunde lang vollkommen zur Stille kam. Sogar kurze Begrüßungen und Danksagungen waren immer von mindestens einem Instrument atmosphärisch hinterlegt.

Mit atmosphärisch lässt sich die neuste Platte der Band generell sehr gut beschreiben – Die Songs auf Melancholia Hymns wirken verglichen mit ihren vorigen CDs stark stimmungsvoll durchdacht. Rohe rockige Sounds weichen mehr und mehr effektreichen Synthesizer- und Effektpad-Geräuschen. Musikalische Details wirken stark darauf bedacht, die richtige Stimmung beim Zuhörer zu erzeugen.

Was den Dreien auf jeden Fall gelingt!

Denn zusammen mit der treibenden, wuchtigen Energie ihrer älteren kreativen Errungenschaften, eigenen Live-Arrangements der Lieder, jeweils einem wundervoll epischen Intro pro Song und einer genialen Licht- und Rauch-Show lieferte Arcane Roots  wiedermal eine grandiose Performance ab.

Danach ist man auch durchaus gewillt zu entschuldigen, dass die Musiker dem Publikum keine Zugabe gönnen wollten – Wahrscheinlich haben sie die deutschen „Zugabe“-Rufe nicht verstanden.

Alle Fotos natürlich auch hier zu sehen unter: http://www.wedontcare.at/fotos-leser/arcane-roots-salzburg-rockhouse.html

Grunge | Progressive Rock | 28.09.2017 |Michelle Abert

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