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SATIVA ROOT - Brennende Röhren im Herzen...

Wir haben uns vor einiger Zeit mit Mr. Stonerhead On Audiotape in seiner Heimatstadt Salzburg getroffen, um uns mit ihm über seine Konzertreihe „Stonerhead let groove your Brains tonight“ und seine Band SATIVA ROOT ausführlich zu unterhalten.

Beim Betreten der Wohnung wird einem sofort klar, man findet sich im Zuhause eines Musikers, Künstlers und Freigeistes wieder. Instrumente wohin man schaut, Bilder und andere interessante Gegenstände füllen die gemütlich eingerichtete Wohnung, wo wir es uns im Wohnzimmer bequem gemacht haben, um uns in Ruhe über die weite Welt der Musik in Salzburg zu unterhalten. „SATIVA ROOT ist noch relativ jung, gegründet haben wir uns im Jahre 2011. Nach einigen Besetzungswechseln haben wir beschlossen, als Trio weiter zu machen und mit einem Konzeptalbum richtig weg zu starten!“, eröffnet Stonerhead das Interview und erzählt weiter. „Unsere EP ist bereits erhältlich, ist aber lediglich eine Rückschau auf die vergangenen drei Jahre, die wir gebraucht haben, um uns als Band zu finden.“ Eine Zeit, die für jede Band wichtig ist, wenn es um die Selbstfindung geht. Interessant auch, was hinter dem Namen SATIVA ROOT steckt. „Das hat ewig gedauert, den Namen zu viert zu finden. Jeder hatte andere Ideen, weil jeder was anderes hörte. Kurz gesagt bedeutet das lateinische Wort Sativa auf deutsch „sähen, ernten“  und Root ist die Wurzel von allem, was daraus resultiert.“ 

 

Von Drop D  zu C zu B.

 

Klar war von Anfang an, dass man in Richtung Stoner Rock gehen möchte. „Zu Beginn spielten  wir Gitarrensound technisch  auf Drop D, ehe wir mit dem C-Sound weiter runtergingen, nur um schlussendlich beim musikalisch ganz tiefen  B-Sound zu landen, welchen z.B. Electric Wizard oder Sleep auch spielen. Mittlerweile muss man sagen, dass wir nicht mehr ganz im Stoner Rock hängen, sondern eher schon in Richtung Doom tendieren. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass wir mit SATIVA ROOT einen eigenen Sound in der Szene kreiert haben. Wer mixt schon Stoner Rock/Metal mit Doom und Psychodelic-Einflüssen zusammen in einer Musikrichtung? Manche haben uns auch schon in die Schublade der Post Rock Bands gesteckt.“ erklärt der Gitarrist mit einer Vorliebe für große Tätowierungen den Sound der Band. „Im Stonerbereich ist es nicht immer so einfach möglich, viele Taktwechsel und Spielereien einzubauen, so wie wir das etwa machen. Viele Bands arbeiten ja nach einem Schema F: Fünf klassische Nummern, eine akustische und eine psychedelische. Wir verbinden alles miteinander und so kann es schon passieren, dass Songs mit zwölf Minuten Länge dabei rauskommen. Du wirst auch keinen Sänger in unserer Band finden, wir machen reine instrumentale Musik. Einfach Musik machen, das ist unser Hintergrund bei SATIVA ROOT.

 

Keine Kopie!

 

Konzerte der Band sind ziemlich intensiv, wenn Sound, Performance und Publikum zusammenpassen. Ohne großartige Ansagen, nur die Musik sprechen lassend, kann man sich auf eine Reise mitnehmen lassen, sofern man sich auf den Sound von SATIVA ROOT einlässt. Sicherlich nicht jedermanns Kost. Tatsache ist, um so einen eingängigen Sound zu performen und zu erschaffen, reicht es nicht, sich einfach hinzusetzen und etwas zu jammen, da  grefit man schon zu etwas drastischeren Mitteln, wie ich erfahre. „Je nachdem, wie ich Zeit oder Urlaub habe, sperre ich mich gerne zuhause ein und spiele den ganzen Tag Gitarre, mit kleinen Pausen zum Essen und Entspannen. Ohne Internet, ohne soziale Interaktion. Ich schalte den Alltag einfach aus, wenn ich kreativ sein möchte, so kann ich von nichts und niemandem gestört werden. Meist habe ich noch ein Thema, das ich soundtechnisch behandeln oder verarbeiten möchte. Happy Songs wirst du bei mir nicht finden, was nicht heißt, dass du keine schönen Momente im Sound finden wirst.“ erklärt mir Stonerhead den Werdegang der Stücke, die er schreibt. 

 

Stellt sich nur die Frage, ob die Message dann genau so rüberkommt bei den Hören und Besuchern der Konzerte. Stonerhead macht sich da allerdings wenig Sorgen, schlussendlich ist es auch eine Art Lebenseinstellung, so eine Musik zu verfolgen, ähnlich wie bei Rock´n Roll oder anderen Richtungen beherrscht diese Musik doch einen Teil des Lebens. „Ich mache aber jetzt speziell nicht Musik, um den Leuten da draußen zu gefallen!“, ergänzt Stonerhead. Ich kann auch keine Noten lesen oder Chorus schreiben, das können allerdings auch nur die wenigsten und ich möchte es auch nicht können! Ich brauche es schlicht und ergreifend nicht.“

 

 

Brennende Röhren im Herzen.

 

Wenn man heutzutage mit einer Band Erfolg haben möchte, muss man im Privatleben sehr viel zurückstellen und Abstriche machen. Eine Entscheidung, die nicht leicht zu treffen ist, da man sich nicht für einen gerade leichten Weg entscheidet. Interessant zu erfahren von Musikern wie Stonerhead, was die Intention dahinter ist. „Ich bin damals mit 13 Jahren bei meinem Onkel ins Auto eingestiegen und er hatte gerade UNIDA im Radio laufen. Seit dem ich diesen Sound gehört habe, rennt in meinem Herz auch eine Art Motor, oder eine verzehrende Röhre, die brennt, wie immer du es auslegen möchtest. Es dauerte nicht lange, bis ich auch eine Band gründen wollte, worauf die DESERT COMETS entstanden sind, die allerdings Death Metal spielten. Nicht wenig später entstand dann aus einer Idee SATIVA ROOT. Und ich verfolge die Band mit vollem Herzen und mache überall im Privatleben Abstriche. Ob beruflich oder privat, ich möchte das spielen und tun, was mir Spaß macht und was mir etwas gibt. Ich denke, das ist eine der Hauptintentionen hinter dieser Band.“ Als Bandkopf könnte man davon ausgehen, dass dieser auch vorgibt, wie der Sound zu klingen hat, aber selbst hier regiert eine gewisse Art der Freiheit. „Du kannst dir sicher sein, dass ich keine Vorschriften mache oder dergleichen. Ich sage dem Schlagzeuger nicht, was er zu spielen hat oder was der Bassist für Basslines performen soll. Wir sammeln alle unsere Ideen, spielen sie uns gegenseitig vor und daraus entsteht dann der Sound der Band. Die Musik lebt. Die Musik atmet.

Musik, die lebt und atmet.


So wie die Musik lebt und atmet, wirkt sich das Ganze auch auf das Umfeld aus. Ob Fotografie oder Grafik, jeder hat die Chance, sich auf dieser Plattorm zu verwirklichen. Ein Rundumblick in der großen Wohnung des Musikers z.B. genügt, um das festzustellen. Überall hängen Kunstdrucke, Artworks oder interessanten Schallplattencover-Artworks. „Bands und Festivals arbeiten viel mit Künstlern zusammen und tauschen sich aus. Eine kleine aber doch große Familie so gesehen.“ Eine Sache über die der Gute nur zu gut Bescheid weiß da er mit seiner Plattform Stonerhead Groove Your Brains Tonight ziemlich erfolgreich in Salzburg arbeitet. „Die Intention hinter diesem Verein ist es einfach, mehr Rock nach Salzburg zu bringen. So wie es z.B. Die Jungs und Mädels von Roadtrip To Outta Space in Wien gut geschafft haben.“ erklärt Stonerhead die Intention dahinter und weiter: „Ich wollte nicht dauernd weit fahren, um Konzerte zu besuchen und habe einfach begonnen, selbst zu veranstalten, habe Geld investiert, oft draufgezahlt, aber schlussendlich zahlt es sich aus. Durch die Hilfe von Freunden, Bekannten und Partnern wächst das Ding seit Jänner. Ich versuche auch, die lokale Szene einzubinden, um denen eine Plattform zu bieten. Es gibt so viele geniale Bands da draußen und die würde ich gerne in Salzburg bekannter machen.“ Eine Sache, die entsprechend honoriert wird. Die Besucherzahlen steigen und es hat sich schon eine gewisse Stammkundschaft entwickelt in Salzburg. Auch der Respekt für die Musiker ist Stonerhead ganz wichtig und so versorgt dieser auf Konzerten die Künstler mehr als ausreichend gut, damit sie sich wohlfühlen, um großartige Shows zu spielen, was sich schließlich wieder auf die Fans auswirkt. Ein wichtiger und vor allem ewiger Kreislauf.

Und so endet das Interview an dieser Stelle mit den berühmten letzten Worten von Mr. Stonerhead himself:

 

Dank dir für das Interview und euch viel Glück mit WeDontCare. Ich denke, da geht was! Auch ein besonderer Dank an die Crew hinter mir, ohne euch wäre ich nicht da wo ich jetzt bin! Thanks for that!
Danke auch an alle fürs Lesen dieser Zeilen. Hoffe, euch mal auf einer Show sehen zu können!

 

Gütl Chris

 

SATIVA ROOT

 

STONERHEAD LET GRROVE YOUR BRAINS TONIGHT

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