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PARASOL CARAVAN - Durch Zeit und Raum....

 

„In Linz beginnt‘s!“ lautet einer der abgedroschenen Sätze über die vormals abgedroschene Stadt, in der VOEST regiert und die Donau so schön braun ist. Kein Vergleich zum heutigen Linz. Das gilt auch für die Musikszene der Stadt, die seit Jahren immer wieder interessante Acts aus den Untiefen der Region nach oben befördert. Eine dieser Formationen - PARASOL CARAVAN - veröffentlich dieser Tage ihr neues Album „PARA SOLEM“. Grund genug um bei der Band anzuklopfen und so manches über das neue Album, den Sound und über Linz im Generellen zu erfahren!

 

Da es sich bei „Para Solem“ um unser erstes Album handelt, haben wir uns natürlich viele Gedanken im Voraus gemacht. Das erste eigene Werk muss den Hörer sofort packen und sollte ihn bis zum Ende nicht mehr loslassen!“ eröffnet Drummer Vincent das Interview. „Aus diesem Grund haben wir uns auf verschiedenen Ebenen nochmal intensiv mit unserer Musik auseinandergesetzt, bevor wir ins Studio gegangen sind. Da möchten wir uns nochmalig bei unserem Produzenten Georg Gabler bedanken, der uns in der Strukturierung und Organisation unserer Ideen besonders unterstützt hat.“ Nachdem man für das Studio bereit war, ging es relativ schnell und Platte war schnell eingespielt. Besonders profitierte die Band vom Umstand, gemeinsam im Studio das Album einzuspielen. Ähnlich wie bei einem Live-Auftritt hat man während des Aufnahmeprozesses die Möglichkeit, aufeinander einzugehen. „Viel länger beschäftigte uns danach das Mischen und Sound-Design der Songs. Ein ewiges Feilen an den Nuancen, was aber schlussendlich ein essentieller Bestandteil für ein abgerundetes Album ist. Hier möchten wir uns nochmalig bei Georg Gabler und Oliver Kamaryt bedanken, welche uns in jeder Phase im Studio unterstützt haben. Ohne die beiden hätten wir nie so ein Ergebnis erreicht.“ Angenehm auffallend an „Para Solem“ sind der Abwechslungsreichtum und die Verspieltheit, die sich durch das Album ziehen. Quasi wie ein roter Faden hängen die Stücke ineinander und doch kommt keine Langeweile auf.

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Parasol Caravan - single release - Kapu Linz

 

Ein schmaler Grat!

Einfache Frage, komplexe Antwort: wovon lebt der Sound von PARASO CARAVAN? Gitarrist Bertram gibt zu Protokoll: „Wir haben auf jeden Fall versucht, einen organischen, natürlichen Sound zu erreichen. Es war uns sehr wichtig alle Songs live genauso umzusetzen zu können, wie sie auf der Platte klingen. Man möchte natürlich nie, dass sich die Hörer bei den Songs langweiligen. Gerade beim Stoner, mit seinen repetitiven Passagen, liegt der Grat zwischen spannend und unglaublich langweilig, sehr knapp beieinander. Nicht zu vergessen, dass der musikalische Anspruch auch eine große Rolle dabei spielt. Wir toben uns bei unseren Songs durchaus musikalisch aus, bei den einzelnen Parts steht allerdings immer die Song-Dienlichkeit im Vordergrund.“ Bassist und Sänger Alex fügt noch hinzu „Ich finde es interessant zu beobachten, wie unser Album bis jetzt Anklang findet und auch bei Hörern anderer Musikrichtungen positiv aufgenommen wird. PARASOL CARAVAN lebt von unserem breitgefächerten Musikgeschmack innerhalb der Band, der sehr viel Auswirkung auf den entstehenden Sound hat. Was man wohl in unserer Musik spüren kann, ist der größte gemeinsame Nenner unserer Vorliebe für‘s Musizieren. Wir versuchen, unsere Musik interessant zu gestalten und Überraschungsmomente einzubauen.

Das Debüt-Album erscheint, wenn man so will, zur besten Zeit in den Plattenläden. Stoner Rock, beziehungsweise, Hard Rock erlebt in den letzten Jahren einiges an Aufschwung bei Hörerschaft wie auch Musikern. Ein Umstand, der natürlich auch in Österreich angekommen ist. Gitarrist Bertram darüber. „Die Musik erlebt meiner Meinung nach zu Recht einen Aufschwung. Ich sehe es im kleinen Rahmen ein bisschen so wie Anfang der 90er mit Aufkommen des Grunge als Gegenbewegung zum Techno. Der Wunsch nach erdiger, handgemachter, ehrlicher Musik ist scheinbar beim Publikum einfach wieder vorhanden. Allerdings sind wir hier noch weit davon entfernt, von einem richtigen Hype wie damals zu reden. Bands wie Kadavar oder Truckfighters schaffen es kommerziell erfolgreich zu sein. Ich hoffe, dass der Zenit aber noch lange nicht erreicht ist. Einerseits ist es angenehm, wenn die Szene überschaubar bleibt, andererseits gibt es doch nichts Schöneres für Bands als möglichst viele Leute zu erreichen und von der Musik leben zu können. Wir profitieren natürlich in gewisser Art und Weiße davon. Ohne die boomende und vor allem europaweit gut vernetzte Stoner-Szene wäre es für eine Band wie uns nie möglich zu touren.

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Parasol Caravan - Supernova

 

Musik um des Musik Willens.

In der Musikbranche ist Netzwerken überlebenswichtig um weiterzukommen, sei es nun wegen Konzerten oder Plattenveröffentlichungen. Das dies alles mit viel finanziellem Aufwand verbunden ist, dürfte den wenigsten Fans der Musik bewusst sein, den Bands umso mehr natürlich. Musik um des Musik Willens zu machen, ist das erklärte Ziel von PARASOL CARAVAN, auch wenn man sich nicht beschwert, wenn etwas Geld in die Bandkasse dadurch fließt. „Seit wir 2011 intensiver angefangen haben Auftritte zu spielen, verschwendet von uns keiner einen Gedanken an kommerziellen Erfolg. Ziel ist das Publikum oder wie genau unsere Musik klingen soll. Wir haben einfach Freude an der Musik! Wenn man diese Freude auch live auf der Bühne vor dem Publikum kommunizieren kann und dabei als Band fest im Sattel sitzt, hebt man sich gerade zu Anfangszeiten vom Groß der „kleinen“ Bands ab. Natürlich, je länger man zusammen Musik macht und mehr Songs gemeinsam ausarbeitet umso mehr macht man sich Gedanken über seine eigene Musik und Sätze wie „Das können wir nicht spielen, das klingt zu sehr nach dieser und jener Band!“ fallen öfter. Aber letztendlich geht es darum, dass wir nie krampfhaft versucht haben uns abzuheben. Wir haben die Richtung, in die wir uns entwickelt haben, nie in Frage gestellt und die Ideen in den Proben sich einfach entfalten lassen. Dabei entsteht auch der Anspruch, seine eigenen musikalischen Grenzen auszureizen; Arrangements werden komplexer, Rhythmen vertrackter und man kann auf einmal dem Sprichwort „Übung macht den Meister“ etwas abgewinnen

Wie schon angesprochen, ist der Sound von PARASOL CARAVAN ziemlich lebendig und doch straight nach vorne. Somit kann die Musik atmen und lässt für den Hörer genügend Interpretationen zu. Um das Ganze noch zu unterstreichen, lassen die Jungs die Lyrics für sich arbeiten. Gitarrist Bertram erklärt: „In erster Linie liegt bei uns der Fokus auf der Melodie und der Songstruktur an sich. Der Gesang wird als eigenständiges Instrument gesehen. Die Lyrics sollen die musikalische Stimmung durch eine bildliche Sprache einfangen. Einerseits gibt es Texte, die bewusst Platz für Interpretationen lassen, anderseits nehmen wir uns auch bestimmten Themen an. Im Falle unseres Albums war das der Weltraum – unendliche Weiten, das Unbekannte, Unbewusste und der innere Kampf mit seinem Selbst. Es war uns hier sehr wichtig, nicht nur platte Space-Rock-Attituden zu formulieren, sondern Geschichten zu erzählen, die der Musik als unterstützendes Bild dienen und das Kopfkino des Hörers anregen.“ Nach einer so interessanten Erklärung wie es um den Sound und die Lyrics in der Band steht, wird die Frage, wie dann Live-Shows von PARASOL CARAVAN wirken, umso spürbarer. Bertram dazu: „Knackig, geil, laut und monströs!“ Drummer Vincent fügt hinzu. „Trotzdem natürlich nicht aufgesetzt, wie vorher schon erwähnt! Wir wollen präsentieren, was wir auch wirklich beim Musizieren spüren, nach außen transportieren, wie wir uns fühlen, wenn wir Musik machen. Wir wollen dem Publikum aber auch visuell etwas bieten und geben daher auch bei jedem Konzert 100 Prozent! Geht zwar an die Substanz, aber das ist es uns wert!

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Parasol Caravan - The Barbers Snake (live)

 

Die Stahlstadt

Linz, Oberösterreichische Landeshauptstadt, ist die Heimat so einiger großer Namen der Österreichischen Musik- und Kulturszene. Wo früher die Stahlstadt als eher dreckig und schmuddelig erwähnt wurde, herrscht heutzutage eine florierende Kulturstadt, welche mit Überraschungen an jeder Ecke punktet. Natürlich nicht der Nabel der Welt, aber auch kein verschlafenes Dorf. Doch in den letzten Jahren wurde es still um die City und ihre Bands, was nicht zuletzt daran liegt, dass so mancher Veranstaltungsort aufgehört hat der Stromgitarren-Musik einen Raum zu geben. Etwas, was Bertram nicht so unterschreiben möchte. “Die Szene in Linz hat sich in den letzten Jahren wirklich sehr gut entwickelt. Als wir vor 5 Jahren begonnen haben, gab es nicht wirklich viele aktive Bands, die im weitesten Sinne etwas mit Stoner Rock zu tun hatten. PORN TO HULA und PINK AS A PANTHER waren zu der Zeit die Aushängeschilder und ein wichtiger Antrieb für uns, sich mit dieser Art von Musik auseinanderzusetzen. An jungen Bands kam allerdings relativ wenig nach. Gerade die KAPU und das ANN AND PAT haben uns von Anfang an sehr viel unterstützt und es uns auch ermöglicht, selbst Konzerte mit anderen Linzer Bands zu veranstalten. Das ist auch den Leuten im Posthof nicht entgangen und nachdem das Metal Overdose Geschichte war, bekamen wir 2013 mit unserer Veranstaltungsplattform Mushcream Booking die Möglichkeit, die „Night Of Fuzz“ mit einer Mischung aus lokalen und internationalen Stoner Acts zu etablieren. Ich muss daher klar widersprechen, wenn es heißt, der Posthof möchte nicht viel mit harter Musik machen. Ich sehe den Posthof als einen der wichtigsten Förderer von österreichischer Musik, der für alle Genres offen ist.“ Starke Worte einer starken Band, die definitiv im Gegensatz zu der Meinung vieler altgedienter Linzer Musiker steht.

Wie beurteilt man dann die Österreichische Musiklandschaft im Generellen? Drummer Vincent: „Österreich hat eine ambitionierte und vielfältige Musikszene. Es macht wirklich Freude, die Entwicklung vieler Bands zu verfolgen und auch die Erfolge einiger Bands erleben zu dürfen. Man hat das Gefühl, dass Österreichische Musik insgesamt wieder mehr geschätzt wird. Schade, dass dies bei so manchen Radiosendern nicht ankommt. Mehr heimische Musik würde sowohl den Hörern ein vielfältigeres Angebot bescheren, als auch die Bands einem breiten Publikum zugänglich machen. Und wir brauchen uns wirklich nicht zu verstecken, unser Land hat großes musikalische Potential!

„PARA SOLEM“ erscheint am 30. Oktober beim Plattenhändler eures Vertrauens!

 

Gütl Chris

 

PARASOL CARAVAN

PANTA R&E

 

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