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MOTHER'S CAKE - Vom Leben und Leiden.....


MOTHER’S CAKE aus dem beschaulichen Tirol, Westösterreich veröffentlichen diese Tage ihr neues Werk „Love The Filth“ was gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an den Alptraum aller Reinigungskräfte auf diesem Planeten. Wir haben das sympathische Trio zum ausführlichen Gespräch gebeten.

Die Aufnahmen waren intensiv und haben uns teilweise euphorisch, teilweise wahnsinnig gemacht. Aufgenommen haben wir in den Clearsound Studios zusammen mit Mike Reisig und Günther Buratti, die einen tollen Job abgeliefert haben!“ eröffnet die Band das Interview. Was sehr positiv am neuen Werk auffällt ist, dass es alles nur nicht eintönig ist. Frischer, verspielter Sound rauscht aus den Boxen und bleibt unweigerlich in den Gehörgängen hängen. „Es gab zu jedem Song eine Vorstellung für die Mischung, die wir versucht haben zu berücksichtigen. Uns war wichtig, bei diesen Aufnahmen schon vor dem Mischen näher an den Sound zu sein, der uns vorschwebt. Dies hatte zur Folge, dass wir viel ausprobierten und gleichzeitig auch wieder verwarfen. Einige der Song begleiten uns schon länger. Zum Beispiel ‚Insanity‘ ist ein Song der ersten Stunde, den wir nun endlich einmal in Einem und Nullen verewigt haben. Andere Songs wie ‚Ecstasy‘ und ‚Gojira‘ sind sozusagen zwischen der ersten und zweiten Session recht schnell und spontan entstanden.“ Der Sound von MOTHER‘S CAKE ist ziemlich durchwachsen und voll von verschiedenen Einflüssen, die man erst bei genauerem Nachhören und auf sich wirken lassen und erahnen kann. Drei solch kreative Köpfe in einer Band können aber gleichzeitig auch Schwierigkeiten in Sachen Harmonie bedeuten, oder? „Es wird schon oft diskutiert und nach ein paar Bier auch regelrecht philosophiert. Es geht aber nie über den Grad hinaus, bei dem es persönlich wird. Im Gegenteil: Es zeigt mir, dass es keinem egal ist, was wir spielen und wie wir eine gute Idee besser machen können. Alle sind involviert - alle leben und leiden dafür.


Mother's Cake - Gojira


Vom Sound des Albums kommen wir noch zur Message des Werkes. Wie schon weiter oben angesprochen, ist „Love The Filth“ eine Liebeserklärung an alles, was nicht sauber ist. Egal ob Mensch, Tier oder Sound. „Wir lieben dreckige Musik, Musik die nicht komplett durchgestylt ist. Musik mit Ecken und Kanten, aber auch Persönlichkeiten die Reibungsfläche bieten. Menschen, die den „Filth“ an sich akzeptiert haben und damit sogar regelrecht hausieren gehen. Unser eigener Schmutz ist nicht etwas, das geglättet werden muss. Manchmal sollte man ihm eher eine kleine Kette umhängen, damit ihn jeder gut sehen kann.


Steht zum Dreck!


Was man auch in letzter Zeit gut sehen und vor allem hören kann, ist die Entwicklung der Österreichischen Musikszene. So stark wie in den letzten Jahren war diese medial gesehen schon lange nicht mehr und doch ist das alles ein alter Hut, wenn auch mit positivem Aspekt, wie die Band findet. „Das Thema ist super aktuell und endlich positiver zu beantworten. 2008 hätte ich an dieser Stelle noch geheult. 2015 kommt mit Panta R&E ein super motiviertes Label auf den Markt, das Musik nach unserem Schlag auch endlich groß machen möchte. Bands wie Bilderbuch und Wanda sprengen alle Vorstellungen und „österreichische Musik“ klingt auf einmal gar nicht mehr so scheiße! War zwar immer schon so, aber die Medienwelt scheint auch langsam der Meinung zu sein.“ Was aber nicht heißt, dass alles, was gerade in der Kulturlandschaft passiert, das Gelbe vom Ei ist. Es tauchen momentan so viele Bands auf, um nach nur einem Album wieder in die ewigen Jagdgründe der Alpen zu verschwinden. Eine Entwicklung, die von Studios wie auch professionellen Musikern nicht immer mit Freude gesehen wird. MOTHER’S CAKE darüber: „Wenn wir uns alte Platten von Zappa und Cobham usw. anhören und sehen, dass ganz viel von dem kranken Zeug live und mit Musikern aufgenommen wurde, die entweder in unserem Alter und jünger sind, dann müssen wir sagen: Ja! Die Qualität ist gewaltig nach unten gegangen. Zumindest spielerisch. Aber grundsätzlich negativ finde ich es trotz allem nicht, da man Gott sei Dank kein Genie am Instrument sein muss, um vielleicht ein genialer Songwriter zu sein!

 

Mother's Cake - Soul Prison



Das Interview biegt schön langsam in die Zielgerade, daher noch eine simple Frage zum Schluss. „Was bedeutet Musik für eine Band wie MOTHER’S CAKE?

„Lebensinhalt, Luft zum Atmen!

 
Und die berühmten letzten Worte wären?

 
„Live long and prosper! Aber auch nur, weil gerade Star Trek nebenher läuft!"


Gütl Chris

Mother's Cake
"Love The Filth" Review
PANTA R&E

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