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KALTENBACH OPEN AIR - Der Berg ruft!

Das bereits legendäre Kaltenbach Open Air geht im Jahr 2015 in die zehnte Runde. Grund genug für uns uns mit einem der Veranstalter, Bernd, bei einem gemütlichen Gespräch über das Festival, dessen Geschichte und die Österreichische Musikszene auszutauschen.

 

Der Countdown läuft: in weniger als vier Tagen startet die zehnte Ausgabe des Festivals am Berg. Wie laufen die Vorbereitungen? „Sehr gut verlaufen die!“ eröffnet Bernd das Interview und erzählt weiter. „Wir freuen uns bereits darauf, den Besuchern ein Wochenende mit guter Metal-Musik und lockerer Festival-Atmosphäre präsentieren zu können. Die Camping-Areale öffnen am Donnerstag um 9:00 Uhr, der Einlass erfolgt dann später um 17:00 Uhr. Freitag wie Samstags geht’s ab 11 Uhr los, die Bands spielen dann jeweils bis 1:30 Uhr.“ Zehn Jahre Kaltenbach Open Air, defintiv ein guter Grund zum Feiern. Die Geschichte, die 2003 begann, ist inzwischen zu einer Institution in Österreich geworden. Von der interessanten Bandsauswahl bis zur guten Verpflegung ist alles dabei für den Festival-Besucher. Dass es mal so wird, hätte das Team allerdings nicht geglaubt. „Die ursprüngliche Idee war, etwas in der heimischen Metal-Szene zu bewegen und natürlich auch einfach mal in die Rolle des Veranstalters hineinzuschlüpfen anstatt nur mit den eigenen Bands aufzutreten. Nach der Premiere 2003 kam das Konzept in weiterer Folge gut an, wodurch das KOA von Jahr zu Jahr wuchs. Natürlich trägt das Flair inmitten der Berge und Wälders stark dazu bei, ohne dieses Ambiente würde das Festival aber natürlich auch nicht den Namen Kaltenbach Open Air tragen.“ Was uns auf die Auswahl der Bands zu sprechen kommen lässt. Größere Namen der Metalszene wie SATYRICON, SODOM, AMON AMARTH oder BEHEMOTH waren schon zu Gast in Spital am Semmering. Auch im heurigen Jahr wartet man mit Namen wie DARK FUNERAL, MARDUK oder ROTTING CHRIST auf. Stellt sich die Frage, worauf beim Booking Wert gelegt wird. „Aus finanzieller Sicht gesehen, gestaltet sich die Booking-Situation nicht mehr so einfach wie früher, vor allem für ein kleines Festival, wie es das KOA ist. Wir bemühen uns ein gewisses Budget einzuhalten und zugleich den Besuchern möglichst interessante Bands zu bieten, die nicht regelmäßig in Österreich auftreten.“ erklärt Bernd und macht weiters klar. „Nicht willkommen sind Bands, die rechtsradikales-Gedankengut in ihren Texten transportieren, solche Bands werden bei uns nie eine Plattform finden! Wir legen viel Wert auf heimische Bands, das Festival soll eine Plattform für Künstler aus ganz Österreich sein um sich dem Publikum auch auf einer größeren Bühne präsentieren zu können. Das positive Feedback, das wir von allen Seiten erhalten, bestärkt uns dann alljährlich darin dieses Konzept weiter zu verfolgen.


KOA 2015 Trailer


Ein gewisser Flair ist alles.

 

Spital am Semmering ist nicht der Nabel der Welt, mehr ein verschlafenes Nest in der Steiermark. Wenn man nicht gerade ein Fan des Vereinswesens, Brauchtums und der Bierzelter ist, sieht es kultur- wie veranstaltungstechnisch ziemlich traurig aus. Auch wenn das Kaltenbach inzwischen ein etabliertes Festival ist, muss man sich fragen, wie schwer es ist Besucher anzulocken. Viele der Bands sind auch auf größeren Festivals zu sehen und die Vielzahl von Festivals macht den Umstand für den Fan wie seinen Geldbeutel nicht gerade leichter. „Ich denke, dass das Kaltenbach Open Air stark vom oben erwähntem Flair profitiert, außerdem können wir jedes Jahr eine Vielzahl an Stammgästen begrüßen, die dem Festival die Treue halten, worüber wir uns natürlich sehr freuen und darin auch unsere monatelangen Vorbereitungen bestätigt sehen. Manche Besucher wiederum unterstützen einfach gerne die heimische Szene, meiden große Festivals oder wollen nur eine Auszeit vom Alltag mit drei Tagen Party und lauter Musik genießen. Worüber wir uns ebenfalls jedes Jahr freuen, sind Gäste, die von weit weg anreisen, so konnten wir heuer Ticket-Bestellungen z. B. aus den USA, Australien und der Türkei verbuchen.“ Was uns gleich generell auf die Österreichische Kulturszene zu sprechen kommen lässt. Wie schon angesprochen spielen sich die meisten Veranstaltungen in den Städten Österreichs ab, während am Land, bis auf einige wenige Ausnahmen, eher eine kulturtechnische Ebbe herrscht. Ob sich das wohl je ändern wird oder so bleibt, ist hier die goldene Frage. Bernd erklärt seine Sicht der Dinge. „Natürlich tut sich in Ballungszentren mehr, da man einfach mehr Leute erreicht und so auch die Chance steigt, dass mehr Besucher anreisen. Ich denke aber, dass ein gutes Produkt auch am Land funktionieren kann, wenn das Angebot stimmig ist, da spielt es keine Rolle ob nur eine Nische oder die breite Masse angesprochen werden. Wichtig ist eben die Werbung, ohne gute Promotion geht jede Veranstaltung im Informationsüberfluss unter, ist aber natürlich auch wiederum eine Frage des Budgets. Es braucht mitunter viel Einsatz und Geduld bis ein Event Fuß gefasst hat, aber dafür fällt dann eben der Lohn umso größer aus und man blickt positiv auf das Erreichte zurück.“ Das Interview biegt in die Zielgerade und so taucht noch die Frage auf wie es weitergehen wird mit dem Kaltenbach Open Air. „Aktuell machen wir uns noch keine großen Gedanken darüber wie die Zukunft aussieht und bringen erstmald das diesjährige KOA über die Bühne. Ich bin zuversichtlich und guter Dinge, dass der Geschichte des Kaltenbach Open Airs auch nächstes Jahr ein weiteres Kapitel hinzugefügt wird, mit demselben Konzept wie in den letzten Jahren und Verbesserungen, die sich von Jahr zu Jahr ergeben.

Somit wären die letzten Worte?

 

Vielen Dank für das Interview, ich freue mich schon auf die heurige 10-Jahres Ausgabe des KOA, schaut vorbei! Wir sehen uns am Berg!"


Gütl Chris


Kaltenbach Open Air

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