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CALL THE MOTHERSHIP - Earthcore made in Austria!

Wir haben uns mit CALL THE MOTHERSHIP kurz nach ihrer Show während dem Metalnight Outbreak Festivals in Vöcklabruck getroffen. Sänger Ermis und Gitarrist Jörg standen uns Rede und Antwort zur Band, der Geschichte und auch zum Sound, wo einiges dahinter steckt. 

 

Eure CD ist seit knapp zwei Wochen als gratis Download erhältlich.Wie sind bislang die Reaktionen ausgefallen? Haben sie eure Erwartungen übertroffen?

 

Jörg (Gitarrist): Gut, mehr als gut. Zuerst hatten wir uns entschlossen, das Album nur via Bandcamp als Download zu veröffentlichen. Da war uns allerdings nicht bewusst, dass, das monatliche Kontingent von 200 gratis Downloads nicht ausreicht. (lacht). Das ist uns gleich am ersten Tag passiert, glücklicherweise sind am selben Tag aber auch einige Spenden von Fans reingekommen. Von diesem Betrag haben wir nochmals 300 Downloads gekauft. Das Album ist somit in den ersten 24 Stunden 500 Mal downgeloadet worden, damit hätte ich nicht gerechnet! Inzwischen kann man das Album auch via Google Drive downloaden. 

 

Was ist mit der großen Nachfrage noch mitgekommen?

 

Jörg: Anfragen! Besonders für Visical Copies, die man allerdings so oder so mit unserem Merch Package erhalten kann. Das Schöne ist, dass die Anfragen aus allen Teilen der Welt kommen. 

 

Ermis (Sänger): Die ganzen Resonanzen waren durchaus positiv. Auch das Feedback von Freunden, Bekannten waren ein Hammer. Ich hätte mir nie gedacht, dass es so große Kreise zieht. Was mich noch mehr freut!

 

Dabei hat eure kommende Veröffentlichung im Vorfeld große Wellen geschlagen. Da sollte es nicht weiter verwunderlich sein dass, das, Interesse am Album selbst so groß ist? Oder hat man das vielleicht schon unabsichtlich ausgeblendet, da man es selbst dauernd am Schirm hatte?

 

Ermis: Ich hab es einfach nicht wahrgenommen, ganz einfach. Du befindest dich in deinem Freundeskreis und hast das doch dauernd am Schirm. Ich hab einfach nicht gewusst, dass es so stark in den Fokus der Szene rückt. Wir waren viel damit beschäftigt zu aufzunehmen, Proben und Gigs zu koordinieren.

Jörg; Ja, im Vorfeld der ersten Konzerte haben wir mehr als vier Mal in der Woche geprobt. Wir haben viel Zeit in unserer Höhle (Proberaum) verbracht. (lacht) 

Ermis: Gleichzeitig haben wir auch weitere Konzepte ausgearbeitet. Wie gehen wir das Merch an und so weiter. Es steckt ja viel mehr Arbeit dahinter als, was von außen sichtbar ist.

 

Lasst uns kurz zur Idee von CALL THE MOTHERSHIP kommen. Die Band selbst gib es ja länger, und brachte schon eine EP und ein Album raus. Doch in dieser Konstellation könnte man es ja als Debütalbum sehen, oder?

Jörg: Ja es ist doch eine Art Wiedergeburt aufgrund der Line Up Wechsel. Davor verbrachten wir auch nur Zeit im Studio und vor dem Computer und haben es halt gemütlicher angehen lassen. Damals waren wir der Meinung das die Band nicht im real physischen Raum existiert. Wir haben uns hier eher auf Songwriting und Content Creation konzentriert und das Ganze reifen lassen, bis es sich richtig anfühlte und stimmig war.

Mir ist aufgefallen das ihr nicht nur musikalisch zusammenpasst sonder auch menschlich. Das hebt das Ganze ja noch auf ein anderes Level weiter.

Jörg: Der Spaß ist die primäre Essenz. Wenn wir uns alle nach der Arbeit denken müssten, Shit jetzt müssen wir in den Proberaum oder Musik aufnehmen, dann würde das ja alles keinen Sinn machen. Das wär das falsche Hobby, wir machen es aber prinzipiell aus Spaß an der Freude.

Ermis: Wir sind ja auch eine ziemlich Spaß Truppe. Also Proben sind doch sehr lustig bei uns. Ich glaube, damit es richtig ernsthaft runter gehen würde, müssten wir alle in der Ecke stehen und uns nicht ansehen. (lacht)

 


Kommen wir kurz zum Sound, wie schon in der CD-Kritik erwähnt, ist selbiger, obwohl er ziemlich komplex ist, sehr leicht und hörbar. Das find ich ziemlich gelungen, im Hinblick auf andere Bands in diesem Genre, die zwar technisch großartig, aber keine leichte Kost für den Hörer sind. Das stell ich mir sehr schwierig vor in Sachen Songwriting, wie geht ihr damit um?

 
Jörg: Das ist für mich ziemlich leicht zu beantworten.(lacht) Primär bin ich ja Bassist, aber Gitarre seriös spiele ich, seitdem es CALL THE MOTHERSHIP gibt. Sehr kurz, im Vergleich zu meinem Bassspiel, das ich seit 15 Jahren betreibe. Ich bin auf der Gitarre somit nicht der fiteste und kann vieles nicht, was andere als Standard betrachten. (lacht). Aber es interessiert mich auch nicht, das zu lernen. Mein Fokus ist im Songwriting und das die einzelnen Instrumente zusammenarbeiten und im Kontext sind. Ich glaube, was uns noch zusammenschweißt, ist der Grund, dass bei uns keiner irgendwie im Vordergrund steht. Dadurch wird das alles zu einer sehr homogenen Masse, wenn man so möchte. 

 

Weiter geht es vom Sound zu den Texten. So abwechslungsreich die Musik wie auch die Hintergrund Thematik ist, stelle ich es mir nicht einfach vor hier entsprechende Lyrics zu der Geschichte rund um die Zerstörung von Gaia zu schreiben. Wie seid ihr das angegangen?

 
Ermis: Ich hab zuerst das Konzept bekommen, dieses sorgfältig gelesen und wenig später dann die Demo Tracks gehört. Es hat etwas Zeit gebraucht, dass ich mit den Songs warm werde, damit ich verstehe, was die einzelnen Stücke in ihrer Gesamtheit mit sich bringen. Da stellten sich die Fragen, wo man das Ganze mit Vocals unterstützen kann beziehungsweise wo es keinen Sinn macht. Es ist natürlich immer unterschiedlich, bei manchen Songs ist es ziemlich leicht von der Hand gegangen, wo andere wieder mehr Zeit erforderten. Da ist schon so manche Nacht draufgegangen, haha. 

Jörg: Man muss auch sagen das für Ermis die ganze Sache eine Herausforderung war. Es hat ja im Vorfeld einen recht kurzfristigen Wechsel gegeben, zwischen unserem alten Sänger und ihm. Er hat für die Texte gerade mal zweieinhalb Monate Zeit gehabt. Das Schöne ist das jeder Text ein Gedicht mit Reimschema, was du nachlesen kannst. Ein Kunstwerk in sich. 

Die Story ist ja die Zerstörung von GAIA, unserer Erde. Das Mothership ist quasi das Fluchtmittel aus dieser Hölle. Das sind interessante Assoziationen zu unserer heutigen Zeit. Wie viel ist von der doch sehr bedenklichen aktuellen Lage hergeleitet? Wie viel hast du einfließen lassen?

Ermis: Man hat schon seine eigenen Storys im Kopf, wenn man das Ganze schreibt. Aber dadurch wird es ja interessant das Album nicht mit der Story zu überladen, sondern noch einen Raum für Interpretation zu lassen. Der Hörer soll sich sein eigenes Bild machen. Am liebsten schreibe ich die Texte, wo es für mich um ein ganz anderes Thema geht und jemanden dem ich es vorspiele hat dann eine komplett andere Sichtweise zu dem ganzen. Das passt für mich! Aber im Schreibprozess denkt man einfach nicht daran. Und das ist auch ein schwieriger Punkt genau diese Freiheit zu lassen, damit man noch Träumen und sein eigenes Bild zeichnen kann.

Jörg: Das Album selbst ist ja ein ganz Konzept, wo es nicht genau um die Flucht von der Erde geht. Es geht um die Krisenbewältigung, es ist alles aus der Ich Perspektive geschrieben, sprich der, der zuhört, ist die Person die alles erlebt. Man durchgeht die Stadien einer persönlichen Krise. Geschrieben wurde mit Unterstützung einer Psychiaterin und einer Psychotherapeutin. Die Geschichte gibt es dann auch bald komplett zum Lesen und runterladen.  

 


Lasst uns kurz zum Sound vom MOTHERSHIP live zurückkommen. Live seit ihr eine ziemliche Wucht. Trotzdem ist ein gewisser Feinschliff hörbar und es sind ein paar Verschnaufpausen für das Publikum eingebaut, eher es wieder heftig weiter geht. Ist das die Richtung, die man weiterhin beschreiten möchte, im Songwriting?

 

Jörg: Ja das möchten wir schon beibehalten, wobei wir beim nächsten Album etwas ganz neues dazu nehmen möchten. Aber das kann ich dir noch nicht verraten. Es ist etwas, was wir bislang noch nie dabei hatten. (lacht). Aber wichtig sind weiterhin Atmosphäre und Raum zu schaffen, um Sound Waves aufs Publikum werfen.

 
Wobei es ja interessant ist, dass ihr bis vor kurzem keine Interesse daran hattet, live aufzutreten. Ihr habt ja schon zuvor gemeint, wenn die Zeit reif ist, dafür. Wo war der Punkt, dass es dann gepasst hat?


Jörg: Zuerst wollten wir uns nur auf das eine konzentrieren, damit wir genug zum Anlehnen haben. Das war uns wichtig etwas im Background zu haben. Dann haben wir uns erst mit Thematiken wie Booking und Live Shows beschäftigt. Wir hatten die Hoffnung das die Leute dann auch schon die Songs kennen und etwas mitgehen bei den Shows.  

 
Wie geht es dann dem Soundmann, der diese Sound Waves auch für das Publikum irgendwo bändigen muss?

 
Paulus (Tontechniker): Ich bin Fan der ersten Stunde. Es ist immer wieder eine Challenge, aber andererseits auch immer wieder ein Erlebnis. Es ist einfach noch sehr fresh! Heute war das die zweite Show der Band ever und du musst jedes Mal von null anfangen, neu aufbauen und auf Abriss trimmen. 

Kommen wir schön langsam zur Zielkurve des Interviews. Wie geht die Reise von CALL THE MOTHERSHIP weiter? Ideen für ein neues Album? Tournee? Was kommt?

Jörg: Nein, kein neues Album mehr, das ist zu viel (lacht). Das Nächste wird eine EP oder ein nicht so großer Output.

Also lassen wir es im Raum stehen? Vielleicht wir des ja doch wieder ein Album?

Jörg: Definitiv nein, wenn dann eine EP! (Grinst)

OK, also ein Doppelalbum?!

Jörg: Um Gottes Willen! Nein! (Alle lachen) 16 Stunden Musik am Stück, wer soll das aushalten?!(alle lachen)

Ermis: Davor machen wir dann aber schon noch zwei Re-Releases, oder? (alle lachen)

Jörg: Wir spielen jetzt mal einige Konzerte, schauen, was geht. Die Angebote sind sehr attraktiv. Musikvideos sind gerade in der Mache. Wir haben vor das wir in nächster Zeit nicht so den klassischen Content releasen. Also damit meine ich Fotos, Videos oder Musik. Wie schon erwähnt, möchten wir ein E-Book veröffentlichen und die Geschichte der einzelnen Charaktere ausbauen, für die, die es interessiert. 
 

Ermis: Genau, damit wir einen Film drehen können. (grinst)

Jörg: Ein Film? Das wäre auch großartig!

Aber ein Film ist ja aufwendiger als ein Album?!

Jörg: Allerdings, ein Horror.

Also lieber doch ein Doppelalbum?

(Alle lachen)

Jörg:
Nein, schauen wir was passiert. Momentan sind wir drauf und dran das wir die Backstory weiter ausbauen. Alles andere steht in den Sternen. 

 


Gütl Chris 



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