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BEARTOOTH - Alles hat seinen Anfang


Am 3. Juni 2016 veröffentlichte das Quartett BEARTOOTH den Gassenhauer „Aggressive“ in den Plattenläden und Downloadstreams dieser Welt. Der zweite Longplayer der aus Columbus, Ohio, USA stammenden Musiker spricht für sich. Ein Mix aus Hardcore, Metal, Rock und teilweise elektronischen Elementen der klassisch klingt, aber doch irgendwo auch einen frischen Wind inne hat.

Für die Band selbst eine runde Sache, wie mir zu Beginn des Interviews Sänger Caleb erklärt. „Für mich klingt es in jeglicher Hinsicht wie es sein sollte. Es klingt sehr natürlich und trifft die Leute auf den richtigen Punkten. Auf der einen Seite ziemlich heavy und schwer, auf der anderen wiederum laut und schnell. Ich glaube. wir haben da den richtigen Mix gefunden.“ Die Musik von BEARTOOTH ist ziemlich schwierig in eine Genre-Schublade zu stecken. Zu viele interessante Elemente finden sich im Sound der Nordamerikaner wieder. Etwas, das ihnen persönlich sehr wichtig ist. „Weißt du, ich schreibe einfach das, was ich möchte oder was mir zum Sound einfällt.“ erklärt Sänger Caleb und erzählt weiter. „Ich möchte die Musik ja auch selbst genießen die ich schreibe und mir die Scheiben immer und immer wieder anhören können. Wir wollen nie zu einer Band werden, die die Musik für andere außer für sich selbst schreibt. Wir versuchen den bestmöglichsten Spaß bei der Sache zu haben. Deswegen setzen wir uns hier auch keine Grenzen. Ich selbst liebe den Rock’n Roll Sound, keine Frage, aber das heißt nicht, dass ich mich auf Rock / Metal limitieren muss.“ Sicherlich eine D E R Bestandteile für das Erfolgsrezept hinter BEARTOOTH, die seit 2012 unterwegs sind.

Besonders in Europa genießt die Combo, die ihre Alben über Red Bull Records veröffentlicht, einen guten Ruf. Anfangs zur EP „Slick“ (2013) und zum ersten Longplayer „Disgusting“ (2014) eher im Underground heiß gehandelt, ändert sich dies wohl mit dem neuen Album „Aggressive“ schlagartig. 



Keep It Fresh

Das Rad neu erfunden hat das Quartett sicherlich nicht, aber ihr Sound klingt frisch und doch irgendwo auch neu. Caleb Shomo dazu: „Es ist schon schön zu wissen, dass es Menschen da draußen gibt, die genau deine Musik hören möchten und auch die Shows besuchen. Gerade in Europa ist unsere Fanbase definitiv größer als in unserer Heimat. Mir persönlich kommt generell vor, dass Europa kulturtechnisch in Sachen Musik die Nase vorne hat.“ Was an und für sich witzig klingt, wenn man bedenkt, dass Amerika irgendwo doch das Mutterland des Rock’n Roll ist. Caleb hat seine eigene Erklärung dafür. „Es ist nicht wirklich einfach zu erklären, warum.  Aber was ich definitiv sagen kann ist, dass die Fans hier mehr loyal sind. Wenn hier jemand „Fan“ von einer Band oder der Musik dahinter wird, bleibt er dieser länger treu. Das sieht man alleine schon an den ganzen großen Festivals, die am alten Kontinent über die Bühne gehen. In den Staaten ist es mehr so in die Richtung, bist du kurz weg vom Fenster, steht schon ein neuer Act da. Du siehst schon auch eine treue Fanbase in der Heimat, aber sie ist sicherlich nicht so ausgeprägt wie jene in Europa.“ 
Interessant zu erfahren, dass ohne das Medium Internet BEARTOOTH in dieser Form vielleicht gar nicht existieren würden. Caleb dazu: „Mann, alles was ich über Musik weiß habe ich über das Internet gelernt. Als ich 15 war habe ich gelernt wie Songwriting funktioniert oder wie man was aufnimmt. Das hat mein komplettes Leben verändert, da es mir viel geholfen hat. Man könnte sagen, durch das Internet bin ich zum Komponisten für Rockmusik geworden (lacht)."
Was denkt man dann generell über das Medium Internet mit seinen Licht- wie Schattenseiten? „Ich kann mir gut vorstellen, dass bevor das digitale Zeitalter anbrach sich die Leute darüber beschwerten, dass so viele großartige Musiker nicht gehört werden. Das hat sich natürlich schlagartig geändert in den letzten 20 Jahren. Es gibt so viel Interessantes was du entdecken kannst, mir gefällt auch der Gedanke, dass wirklich jeder die Fähigkeit hat etwas aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dadurch trennt sich schneller die Spreu vom Weizen, da man sieht, wer wirklich dahinter ist mit einer Leidenschaft und wer es nur für die berühmten fünf Minuten Ruhm macht."



Zwei Seiten

Was für BEARTOOTH sicherlich nie zur Debatte stand, denn wie weiter oben schon angesprochen wird die Musik aus Leidenschaft und Spaß gemacht. Über einen rollenden Rubel freut man sich trotzdem.
Oder wie Deez Nuts in „Stay True“ so schön feststellen: „I ain't in this for money or fame. 
But if I stack a little change fuck it I won't complain.

Message in den Songs ist auch auf dem Album „Aggressive“ ein wichtiger Bestandteil. „Wir sind sehr dankbar dafür, was wir erleben dürfen als einfache Dudes aus Ohio. Jede Band, egal wie groß oder klein, hat einfach mal angefangen. Egal ob es Black Sabbath oder Iron Maiden waren, jeder war mal ein ganz normaler Bürger seiner Stadt und hat aus Liebe zur Musik angefangen. Man muss hart arbeiten um etwas zu erreichen und das ist auch etwas, was wir in unseren Texten transportieren möchten. Es kann jeder schaffen, aber man darf nicht warten bis was passiert, man muss aktiv werden D A S S was passiert. Ich glaube, das rundet die Message, die wir mit BEARTOOTH vermitteln wollen, schön ab.

Das Interview biegt in die Zielgerade. Was steht noch am Plan in 2016?

Wir sind extrem viel unterwegs. Australien, Japan und nochmalig Europa stehen auf unserem Tour-Plan. Besonders freuen wir uns auf die Südamerikatournee. Die Leute dort sind wirklich verrückt und abgedreht. Genau nach unserem Geschmack. (lacht)"

Gütl Chris

BEARTOOTH
Red Bull Records


D
as nächste Mal live erleben kann man BEARTOOTH in Österreich am 30.11 im Flex, Wien.

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