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Vienna Falling DHARK

Wien von seiner dunklen Seite inspirierte wohl den Titel der EP „Vienna falling“ der Wiener Band DHARK. Ursprünglich als Prometheus von Vocalist und Gitarrist Matthias Waldner gegründet und 2016 zu neuem Leben erweckt und mit neuem Namen versehen, sind die Klänge der drei Ausnahmemusiker noch düsterer geworden. Bei Live Auftritten ist es immer wieder spannend wie Matthias und Mark (Vocals und Bass) stimmlich und instrumental miteinander und teilweise auch absichtlich und nachvollziehbar im Sinne der Songs gegeneinander Spannung erzeugen und Gernot (Drums) gleichzeitig mit feinen Details und scheinbar roher Naturgewalt den rhythmischen Rahmen und die entsprechende Stabilität.

 

Die EP folgt auf das Album „Darkness Amplified“ sowie den Live Mitschnitt „A Lesson In Darkness“ Leider gibt es sie aber nur digital und nicht in physisch runder Form als CD oder LP. Die Scheibe klingt für mich nach einer Mischung aus Doom und Progressive, auf jeden Fall aber ist es wieder eine heftige Ladung an Gefühl zwischen Wut, Resentiment und Trauer. Mit einer Gesamtlaufzeit von 21 Minuten sind die drei Songs wieder jenseits jeglicher 3 Minuten Grenzen angesiedelt, wobei mit 11 Minuten Länge die erste Nummer mehr als die Hälfte der EP einnimmt.

 

Das Intro von „From The South To The North, Then East, Then West“ nimmt sich Zeit, um in die richtige Atmosphäre zu führen und bricht dann in die Wut aus, was einmal mehr stimmlich wie instrumental sehr gelungen und ehrlich klingt. Die Ruhe nach dem Sturm wirkt dann wie der Sonnenschein, der nach jedem Gewitter sehnsüchtig erwartet wird und mündet in einem schweren, rauhen Ende ohne Auflösung. Am besten hört ihr euch das selbst an, aber so wirkte die Nummer auf mich.

 

Gewohnt komplex und trotzdem gleichzeitig düster stellt sich auch die zweite Nummer „Lamento“ dar. Ein Wechselbad was Soundgefüge, Tempiwechsel, Struktur und Gefühlsschübe betrifft, eine schöne Übersetzung dessen, was wir alle manchmal erleben, aber worüber kaum jemand so ehrlich und nachfühlbar kommuniziert.

 

Am Ende stellt „The Souls Of The Fallen Inhale“ die Vocals in den Fokus, nimmt sich instrumental zurück, reduziert die Komplexität, kommt wieder stärker in den Groove und rundet das Werk schön ab.

 

Die EP gibt es seit 23.3.2018 gratis auf der Website oder der Bandcamp-Seite von DHARK, „Vienna Falling“ ist aber auch auf ihrem YouTube-Channel zu finden, die Reise durch verschiedene Gefühlswelten und durch das Dunkel lohnt sich und wäre sicherlich auch bares Geld wert, das ihr bei Live Shows für Tickets und Merch an die Band loswerden könnt.

 

Der geniale Techniker, der im Studio für Qualitätsarbeit gesorgt hat, sei noch erwähnt: Norbert Leitner arbeitet mit zahlreichen Bands in Wien und ist unter https://www.facebook.com/norbertleitnerproducer/

zu finden. Übrigens hat auch er ein Musikprojekt, das sich hören und sehen lassen kann und auf den Namen CHAOS FOR THE MASSES hört, weitere Infos findet ihr unter https://www.facebook.com/chaos4themasses/

 

Am Ende noch der Hinweis auf Reviews von Kollegen, die unterschiedliche Aspekte der Band und der EP beleuchten.

https://www.stormbringer.at/reviews/14443/dhark-vienna-falling.html

https://metal-reports.de/2018/06/11/cd-review-dhark-vienna-falling

https://time-for-metal.eu/dhark-veroeffentlichen-ep-vienna-falling-am-23-maerz-2018/

 

PS Ich mag es nicht, Reviews über Tonträger zu schreiben, weil man immer die Musik selbst anhören sollte und ein solcher Text der Musik nie gerecht werden kann, aber…here I am writing a review. Falls sich jemals jemand fragt, warum ich das trotzdem mache: Weil ich unendlich dankbar bin, dass es solche Musiker gibt und wir die Möglichkeit haben, ihre Musik zu hören. Vielleicht erinnere ich ja Menschen daran, wie wichtig und wertvoll das ist, der oder die gibt dann sogar ein paar Euro für Tickets oder Merch aus und macht damit die Kosten und die viele unbezahlte Arbeit von einer Band etwas kleiner. #supportyourlocalscene

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