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MOTHER`S CAKE - "NO RHYME NO REASON"

Enge Täler, tiefe Schluchten, kitschige Heimatfilm Landschaftsvorlagen und eine Stadt, deren Wahrzeichen ein goldenes Dach ist. Nein Tirol ist wohl eher der letzte Ort, den man sich als Heimat der Psychedelic / Stoner Rocker von MOTHER`S CAKE vorstellt. Vielleicht ist es aber auch genau diese eher raue, sture und doch idyllische Umgebung, die den perfekten Nährboden für das Trio bildet. Auf irgendwas muss man doch seine rebellischen Adern zurückführen, beziehungsweise, gegen etwas rebellieren können. 

Mit „No Rhyme No Reason“ veröffentlicht die 2008 gegründete Band ihr lang erwartetes Nachfolgewerk zum Album „Love The Filth“. Man präsentiert sich eine Spur erwachsener als auf den vorigen Alben und büßt dabei nichts von der musikalischen Verspieltheit und Leichtigkeit ein. Das neue Album ist eine Mischung aus ins Ohr gehenden Gitarrenriffs, soundtechnischen Spannungsbögen und musikalischen Klangwelten. Die unzähligen Tourneen mit namhaften Künstlern dürften einen guten Einfluss auf das Songwriting des Trios gehabt haben.
Songs wie „Streetja Man“ überzeugen durch Abwechslung die hörbar eindrucksvoll das Können der jeweiligen Musiker präsentieren während Stücke wie „Now Or Never“ mit einer gehörigen Portion Groove und Geradlinigkeit bestechen. Aber es sind nicht nur diese Aspekte, die man beleuchten sollte, gerade die oben erwähnte Verspieltheit gibt dem Sound das gewisse Etwas, das „No Rhyme No Reason“ aus der Flut an Veröffentlichungen herausstechen lässt. Alleine die verschiedenen Elemente mehrerer Musikrichtungen, die in die Songs einfließen, machen das Album rund.

Musik lebt von Emotionen, die Kunst ist es genau diese beim Hörer auszulösen. Was live meist „relativ einfach“ gelingt, wird für manche Künstler auf Platte zur wahren Herausforderung. MOTHER`S CAKE schaffen beides, auch wenn das neue Album nur einen kleinen Eindruck von den Live Qualitäten des Trios liefert. „No Rhyme No Reason“ ist jeden zu empfehlen, der ein Ohr für abwechslungsreiche Musik hat und sich gerne überraschen lässt. 

Chris Gütl

 

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