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BOON-BOON

Harte Arbeit leisteten BOON schon immer und so auch in ihrem 20. Jahr des Bestehens. Heuer präsentieren sie viel Neues: einen neuen Drummer, ein Album, ein Video und jetzt ist auch noch der neue Webstore unter www.boon-music.com/store online. Die Band ist in der Szene seit Jahren vielen ein Begriff, doch BOON werden hoffentlich bald noch bekannter sein. Nebst neuem Album, das ebenfalls „Boon“ benannt wurde und dem Video zu „Overdrive“ kam auch ein neues Bandmitglied auf den Plan. Ken, Zwölfer und Georg konnten als Drummer Nick Sartorius gewinnen. Ein Schlagzeuger, der professionell, trotzdem nicht abgehoben, spannend und songdienlich agiert, man könnte ihn von Drumatical Theater oder aus den „Emilys Bleeding“ Zeiten kennen.

 

Das Album bietet ein große Bandbreite, von härteren Groove Metal inspirierten Riffs über den drive der Heavy Rock Schiene bis hin zur Ballade. Die Scheibe hat insgesamt ordentlich drive und Daniel Fellner (Produzent von Seiler & Speer) hat wunderbar differenzierten Sound gemacht: die vocals klingen je nach Song etwas anders, aber trotzdem immer authentisch, es haben die beiden Stimmen in den zweistimmigen Passagen unterschiedliche Klangfarben, das Schlagzeug ist tight, aber nicht mechanisch, Gitarrensounds sind abwechslungsreich und deutlich zu hören. Danke Daniel!

 

Die Überraschung für mich war „Geh weida“, denn erstmals wird im wiener Dialekt gesungen. Das war früher auch schon in Diskussion, wurde aber bisher nie umgesetzt, aber erst mal von Anfang an. Von „Rise And Fall“ als Opener eingestimmt geht es mit „Overdrive“ (das Video findet ihr hier) und „Bleeding Out For You“ groove weiter. Stimmlich erinnern mich die Nummern an Metallica (wie ich die vocals hören möchte) und bei „Overdrive“ teilweise auch an Nickelback gerade in den angezerrten Passagen. Rhythmisch besonders interessant gestaltet, ohne überladen oder zu bemüht zu wirken sind mir „Shrouded in Silence“ und „Geh weida“ aufgefallen. Zwölfer hat in ersterem Song einen a capella Teil eingebaut und ja, wie schon angekündigt: dann kam plötzlich Dialekt mit „Geh weida“. Das wird bestimmt Live eine Nummer zum Mitsingen.

 

Die verhältnismäßig ruhige Nummer „Way Too Far“ ist fast durchgängig clean gesungen, mit Ausnahme einer Passage, die mechanisch verzerrt klingt. Als logischer nächster Track folgt die Ballade „Open Eyes“, eine akustische Gitarrennummer mit Gastsängerin Amadea.

 

Länger als zwei Nummern halten die Jungs aber so sanfte Klänge nicht in Folge aus und es geht umso härter weiter mit „Furious“. Das Schlagzeug kommt einem fett um die Ohren, für vocal affine Menschen sei gesagt, dass man sich hier wunderbare Taschenfaltenklänge anhören kann, für alle anderen: es wird bös gegrölt. Bereits als EP bekannt kommt „Red Alert“ auf dem Album im Kontext der anderen Tracks gut an, hier Andi Appel zu zitieren traue ich mich doch, weil der Satz so schön ist: "THE BEATLES haben ihr "weißes" und METALLICA ihr "schwarzes" Album. Hier und jetzt aber kommt "das rote Album von und mit BOON!".

 

Die letzten beiden Nummern „Curious Times“ und „Stand Your Ground“ gehen wiederum in die Groove Schiene und gehen nochmal voll ab. Am Ende der CD bleibt dann nur die Repeat Funktion bis zum nächsten Live Gig.

 

Zwei sehr feine Reviews von der Kollegen möchte ich hier gerne noch erwähnen:

https://www.stormbringer.at/reviews/14539/boon-boon.html

http://deadrhetoric.com/reviews/boon-boon-stamping-ground-records/

 

Lineup

Vocals, Guitar : Wolfgang “12” Pendl
Guitars: Ken Straetman
Bass: Georg "Devilson" Punz
Drums: Nick Sartorius

 

Tracklist

1. Rise and Fall
2. Overdrive
3. Shrouded in Silence
4. Bleeding Out for You
5. Geh Weida
6. Way too Far
7. Open Eyes
8. Furious
9. Red Alert
10. Curious Times
11. Stand Your Ground

 

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