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BILDERBUCH - "Magic Life"



Plastikpop oder doch Glitzerpop? Auferstehung der 80er / 90er in Sachen Sound? Eine musikalische Zeiterscheinung? Es gab schon lange keinen österreichischen Act mehr, über den im Vorfeld einer Album Veröffentlichung so viel geschrieben und diskutiert wurde wie über BILDERBUCH.

Das Quartett aus Kremsmünster, das Wien als Mittelpunkt für ihr künstlerisches Schaffen gewählt hat, legt mit „Magic Life“ den lang erwarteten Nachfolger zu „Schick - Schock“ vor.


Schick Schock“ ist der Blick nach außen, für mich ein Sampler. „Magic Life“ hingegen schaut nach innen und ist als Ganzes ein Album.erklärt uns Sänger Maurice im Interview. Eine Aussage, die es zu ergründen gilt. 

Das BILDERBUCH Alben seit jeher kein leichter Tobak für die Ohren waren und sind, ist der Band selbst durchaus bewusst. Beim neuen Werk ist es nicht anders, macht aber gleichzeitig auch den Charme der Produktion aus. So chaotisch und durcheinander „Magic Life“ beim ersten Hören wirkt, so ergibt das Album nach mehreren Durchläufen immer mehr Sinn als Ganzes. Man tobte sich aus, stellt das Schaffen als Band wieder in den Vordergrund und produzierte, ohne sich groß vorher abzusprechen.


Dieses Spiel mit verschiedenen Elementen, ob musikalisch oder lyrisch, hebt sich vom Rest ab, ohne aufgesetzt zu wirken. Das Kunststück einen Sound mit Wiedererkennungswert zu erschaffen gelingt, wieder einmal, gekonnt. Man merkt richtig, wie sich die vier Jungs ausschließlich dem Schreiben der Musik nach eigenem Geschmack widmeten und sich nicht von außen beeinflussen ließen. Der Interviewsatz von Maurice ergibt Sinn. 

Genau diese Leichtigkeit wird mit „Magic Life“ transportiert. Geneigt wäre man das Album als Rezept zu sehen: „Man nehme etwas Ironie, eine große Portion Coolness, mixe dazu eine Prise Humor und serviert das ganze zusammen mit abwechslungsreichem Sound. Fertig ist das Album.“ doch so einfach ist es nun auch wieder nicht. Es steckt mehr dahinter in Sachen Songwriting und musikalischem Können, als was man glaubt.
BILDERBUCH sind Kinder ihrer Zeit. Chaotisch, abwechslungsreich, irgendwo cool aber doch ironisch. Aber auch hier findet Maurice eine passende Beschreibung für „Magic Life“:

Wenn wir schon keine Lösung anbieten können, stellen wir ein fettes Gefühl in den Raum. So dass jeder mitbekommen kann, wie 2016 / 17 ist. Nämlich zerrissen, selbstbewusst und doch positiv. Das ist der Anstoß hinter der Platte.

Man kann sich nur überraschen lassen, was das Phänomen BILDERBUCH als Nächstes vom Stapel lässt.
Fest steht nur eines: Es wird wieder komplett was anders werden. Ich freu mich schon jetzt drauf!

Chris Gütl

 

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